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PersonalentscheidungYasmin Fahimi soll neue SPD-Generalsekretärin werden

Schon vor Weihnachten ist ihr Namen immer wieder gefallen, jetzt scheint klar, dass die 46-jährige Diplom-Chemikerin Yasmin Fahimi Andrea Nahles als SPD-Generalsekretärin folgen soll. In der SPD ist sie zwar weitgehend ein unbeschriebenes Blatt, dennoch hat sie in den zurückliegenden Wochen viel Zuspruch erhalten.

Von Frank Cappelan | 07.01.2014

Yasmin Fahimi
Yasmin Fahimi war schon kurz vor Weihnachten im Gespräch (dpa Picture Alliance / Privat)
Lange Zeit schien es, als hätte Ralf Stegner gute Chancen, neuer Generalsekretär zu werden. Der Landeschef aus Schleswig-Holstein versteht sich in verbaler Zuspitzung. Und: Er genießt das Vertrauen des Parteivorsitzenden. Oft genug hat der Parteilinke dem Chef Mehrheiten organisiert. Doch Sigmar Gabriel muss schnell klar geworden sein, dass ein Mann auf diesem Posten in der SPD nur schwer durchzusetzen wäre.
Und so soll nun eine Frau Generalsekretärin werden, deren Name bereits vor Weihnachten immer wieder genannt wurde: Yasmin Fahimi. Die 46-jährige Diplom-Chemikerin gilt nun für die Nachfolge von Andrea Nahles als gesetzt und könnte auf dem Europaparteitag der Soziademokraten am 26. Januar gewählt werden. Fahimi ist Gewerkschaftssekretärin der IG Bergbau, Chemie, Energie und führt zudem das Denkwerk Demokratie – ein Thinktank, in dem sich Gewerkschafter, Sozialdemokraten und Grüne zusammengeschlossen haben.
Diplom-Chemikerin ist bisher ein eher unbeschriebenes Blatt
In der SPD-Zentrale dürfte sie künftig großes Gewicht haben – es kann davon ausgegangen werden, dass der Chef nicht mehr allzu oft im Willy-Brandt-Haus sein wird. Als Vizekanzler und Wirtschaftsminister ist Gabriel andernorts gefragt.
Fahimi ist in Hannover geboren, ihr Vater stammte aus dem Iran. Die designierte Generalsekretärin ist Lebensgefährtin des IGBCE-Vorsitzenden Michael Vassiliadis. In der SPD ist sie zwar weitgehend ein unbeschriebenes Blatt, dennoch hat sie in den zurückliegenden Wochen viel Zuspruch erhalten. Und für Gabriel ist ihre Berufung ein weiteres Signal an die Gewerkschaften, deren Verhältnis zur Partei sich unter seiner Führung stetig verbessert hatte.
Dietmar Nietan soll neuer SPD-Schatzmeister werden
Geklärt ist offenbar auch eine weitere noch offene Personalie bei den Sozialdemokraten: Dietmar Nietan, Bundestagsabgeordneter aus dem nordrhein-westfälischen Düren soll neuer Schatzmeister der Partei werden. Der 49-Jährige tritt damit das Erbe von Barbara Hendricks an, die als Ministerin ins Umweltressort wechselte. Und auch Ralf Stegner wird nicht ganz leer ausgehen. Ihn wird SPD-Chef Gabriel mit einem eigens für ihn geschaffenen, sechsten Stellvertreterposten belohnen.
Schatzmeister
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan, aufgenommen im November 1998. (dpa / )