Sonntag, 27. November 2022

Archiv

Pilgerreise nach Mekka
Hadsch unter düsteren Vorzeichen

Die Hadsch hat begonnen: Bis zu zweieinhalb Millionen muslimische Gläubige werden zur Wallfahrt nach Mekka erwartet. Doch in diesem Jahr werfen der IS-Terror und die Ebola-Krise dunkle Schatten auf die Pilgerreise.

Hans-Michael Ehl | 02.10.2014

    Pilger während der Hadsch 2013 in Mekka .
    Pilger während der Hadsch 2013 in Mekka . (AFP / FAYEZ NURELDINE)
    Schon in den Tagen vor dem eigentlichen Beginn der diesjährigen Wallfahrt kamen tausende Pilger zum Gebet in die Große Moschee im saudischen Mekka. 1,4 Millionen Männer und Frauen aus dem Ausland sind angereist, um an den heiligen Stätten des Islams zu beten.
    Der Hadsch habe ihn 50.000 ägyptische Pfund gekostet, umgerechnet rund 5.000 Euro, sagt dieser Ägypter, mit Gottes Hilfe habe er fünf Jahre lang gespart. Der Hadsch sei anstrengend, aber alles werde gut gehen, ist er überzeugt.
    "Gott hat mich dieses Jahr auserwählt, um die heiligen Moscheen zu besuchen und den Hadsch durchzuführen", ergänzt dieser Mann, wenn man den Hadsch gut durchführt, sagt er, dann kehre man ohne Sünden nach Hause zurück - wie neugeboren.
    Keine Visa für Pilger aus Ebola-Ländern
    Zu den ausländischen Pilgern kommen in diesem Jahr noch einmal rund eine Million Menschen aus Saudi-Arabien selbst dazu, schätzt das saudische Hadsch-Ministerium. Die Behörde ist für den reibungslosen Ablauf der Wallfahrt verantwortlich.
    Eine enorme Herausforderung: Zweieinhalb Millionen Menschen müssen untergebracht und versorgt und zu den heiligen Orten transportiert werden. Eine Herausforderung aber auch für die saudischen Gesundheitsbehörden. Wegen der Ebola-Epidemie wurden für Menschen aus besonders betroffenen Ländern wie Sierra Leone und Liberia die nötigen Visa für die Wallfahrt nicht erteilt; zusätzliche Quarantäne-Abteilungen wurden eingerichtet, sagt Dr. Hassan Bokhari, Chef der Notaufnahme des Al-Noor-Krankenhauses in Mekka.
    "Hauptsächlich machen wir uns Sorgen wegen der Ebola-Krankheit, weil sie sehr ansteckend ist. Wir haben Vorsorge getroffen und Quarantäne-Stationen eingerichtet. Hier bei uns in der Notaufnahme haben wir bisher keine Fälle von Ebola oder auch des Coronavirus MERS gehabt und ich hoffe, der allmächtige Gott wird uns davor bewahren."
    Saudisches Königshaus besonders bei IS verhasst
    Mehr als 100.000 Polizisten und Soldaten sollen die Sicherheit der Pilger gewährleisten. Das saudische Königshaus hatte zuletzt seine Grenzen zum Irak verstärkt - aus Angst vor einem Einsickern von Terroristen, die den Krieg in Syrien und im Irak auch auf Saudi-Arabien ausweiten könnten. Vor Beginn der diesjährigen Wallfahrt appellierten saudische Geistliche in Ansprachen an alle Muslime, den „wahren Islam" zu vertreten - als Religion des Friedens. So könnten junge Menschen vor der Verführung durch terroristische Gruppen beschützt werden, die den Islam verfälschten.
    Die Wallfahrt endet am Samstag mit dem großen Opferfest, das von Muslimen weltweit gefeiert wird.