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Ping-Pong Diplomatie reloaded

Ein Bild mit Seltenheitswert: Hand in Hand posierten der Südkoreaner Ryu Seung Min und der Nordkoreaner Kim Hyok Bong für die Siegerbilder der Fotografen.

Von Robert Kempe |
    Die beiden Tischtennisspieler, der verfeindeten Nachbarstaaten gewannen zusammen im Doppel den Titel beim "Peace and Sport Cup" in Katar. Ein Turnier, bei dem die politische Bedeutung im Mittelpunkt stand. Letztmals trat ein gemeinsames koreanisches Tischtennis-Team, bestehend aus südkoreanischen sowie nordkoreanischen Athleten, vor zwanzig Jahren bei der Weltmeisterschaft im japanischen Chiba an. Diesmal gab es keine Weltranglistenpunkte zu gewinnen, dennoch freute sich der Südkoreaner Ryu Seung Min, Goldmedaillengewinner bei den olympischen Spielen 2004 in Athen, über den Sieg. Er hoffe, so Min, auf noch mehr Chancen mit nordkoreanischen Sportlern spielen zu können und zu siegen.

    Doch wird diese Hoffnung wohl so schnell nicht Realität werden. Seit dem Ende des Koreakriegs 1953 gibt es nur einen vereinbarten Waffenstillstand zwischen beiden Staaten. Ein Friedensvertrag ist immer noch nicht in Sicht. Zudem näherte sich am Mittwoch der Jahrestag des nordkoreanischen Granatenangriffs auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong vor einem Jahr.

    Der Tischtennisevent in Katar organisiert vom Welt-Tischtennis- Verband sowie der Stiftung "Peace and Sport" soll an die Ping-Pong Diplomatie zwischen China und den USA vor gut 40 Jahren erinnern. In Zeiten des Vietnamkriegs und der chinesischen Kulturrevolution half damals der Tischtennis-Sport, die Beziehungen zwischen den Großmächten zu verbessern.

    Bei dem Cup, der in diesem Jahr erstmals ausgetragen wurde, traten unter anderem auch gemischte Doppel aus Russland und den USA sowie Indien und Pakistan an.