Sachsen
Polizei findet zwölf Sprengsätze an Stromleitungen - Zusammenhang mit Fund in NRW und Brandenburg vermutet

Die sächsische Polizei hat Details zu den versuchten Anschlägen auf das Stromnetz in den Landkreisen Bautzen und Görlitz bekannt gegeben. An zwei Umspannwerken waren insgesamt zwölf selbstgebaute Sprengvorrichtungen gefunden und entschärft worden, wie die Polizeidirektion Görlitz und die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mitteilten.

    Ein VW-Bus der Polizei steht mit Blaulicht unter Hochspannungsleitungen vor einem Waldstück
    Polizeieinsatz nach einem mutmaßliche Anschlag auf die Stromversorgung in der Nähe von Görlitz, Sachsen. (Jürgen Lösel / dpa / Jürgen Lösel)
    Vorsorglich werde die elektrische Infrastruktur weiter abgesucht. Die Ermittler riefen die Bevölkerung dazu auf, Hinweise einzureichen. Bild- und Videomaterial seien von besonderem Interesse. Die sächsischen Behörden prüfen nach eigenen Angaben einen Zusammenhang mit ähnlichen Funden in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Gefahndet wird nach einem Verdächtigen, der sich zu den Anschlägen auf die Stromversorgung bekannt hat. In der Wohnung des 48-Jährigen fanden Ermittler Sprengstoff.
    In dem Bekennerschreiben soll sich der Verdächtige gegen Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen gewendet haben. Derweil gab die Polizei in Thüringens Hauptstadt Erfurt bekannt, dass auf einem Feld ein mutmaßlich selbsthergestellter Sprengkörper gefunden wurde. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden, auch sei bislang kein erkennbarer Bezug zu kritischer Infrastruktur festgestellt worden.

    Dobrindt spricht von "Klimaterrorismus"

    Bundesinnenminister Dobrindt, CSU, sprach von Klimaterrorismus. Auch der nordrhein-westfälische Innenminister Reul verurteilte die Angriffe. Wer die Stromversorgung von Krankenhäusern gefährde, schütze nicht das Klima, sondern bedrohe Leben, sagte der CDU-Politiker.

    Sabotageakte in NRW

    Am Dienstag war mit Hilfe von Abschussvorrichtungen gezielt die Stromversorgung in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gestört worden. Donnerstagabend fand man ähnliche Gegenstände auf einem Feld in der Nähe der Stadt Dormagen in Nordrhein-Westfalen. Im niedersächsischen Landkreis Oldenburg gab es einen Polizeieinsatz an einem Umspannwerk.
    Umspannwerke zählen zur sogenannten kritischen Infrastruktur. Sie umfasst all jene Bereiche, deren Beeinträchtigung oder Ausfall zu Versorgungsengpässen, Störungen der öffentlichen Sicherheit und weiteren dramatischen Folgen führen kann. Dazu gehören beispielsweise Energie, Informationstechnik, Transport, Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien.

    Weitere Informationen:

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    Diese Nachricht wurde am 06.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.