
Man müsse von einer Zunahme von Fällen ausgehen. Aber es gebe auch eine größere Wachsamkeit und eine höhere Bereitschaft, Verdachtsfälle zu melden, sagte Andresen im Deutschlandfunk.
Hinweise kämen nicht nur von pädagogischen Fachkräften oder der Polizei, sondern auch von Nachbarn oder anderen Personen aus dem Umfeld der Familien.
"Nicht ausreichend Wissen" über Dunkelfeld
Allerdings sei das Dunkelfeld weiterhin nicht ausreichend ausgeleuchtet, betonte Andresen. "Wir haben hier nicht ausreichend Wissen. Deshalb stellt sich die Frage, wie wir mehr Fälle aufdecken können. Denn jeder einzelne Fall im Dunkelfeld bedeutet, dass einem Kind nicht geholfen wird.“
Zu den Ursachen von Gewalt in Familien zählen laut Andresen häufig Überforderung, Konflikte in Partnerschaften oder Situationen, in denen sich Mütter mit der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder allein gelassen fühlten. Einen einzelnen Auslöser für Gewalt gebe es jedoch nicht.
Sorge vor Sparmaßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe
Zugleich betonte die Präsidentin die Bedeutung einer guten Qualifizierung von Fachkräften. Pädagoginnen und Pädagogen hätten bereits zahlreiche Aufgaben zu bewältigen. Deshalb müsse das Thema Kinderschutz stärker in Studium und Weiterbildung verankert werden. Mit Sorge blickt Andresen zudem auf aktuelle Sparmaßnahmen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Diese dürften nicht zulasten eines wirksamen Kinder- und Jugendschutzes gehen, mahnte sie.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stellten die zuständigen Behörden 2025 bei rund 79.800 Kindern und Jugendlichen eine Gefährdung durch Vernachlässigung sowie psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt fest.
Diese Nachricht wurde am 14.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
