
Der FC Chelsea sollte eigentlich endlich ein neues Stadion bekommen: Die jetzige Spielstätte ist 140 Jahre alt, und mit 42.000 Sitzplätzen für einen Spitzenclub der Premier League viel zu klein. Der Neubau sollte an gleicher Stelle, im Londoner Westen entstehen, mit Platz für 60.000 Fans. Vereinseigner Roman Abramowitsch wollte dafür rund eine Milliarde Euro spendieren, in drei Jahren sollte das neue Stadion fertig sein.
Doch jetzt hat der russische Oligarch die Neubau-Pläne gestoppt. Er hat Ärger mit dem britischen Innenministerium. Sein altes Visum ist abgelaufen, und die Beamten ihrer Majestät haben ihm bisher kein neues gegeben.
Kurs gegen russische Oligarchen verschärft
Der Hintergrund: Die britische Regierung hat nach dem Gitgasanschlag auf Sergej und Julia Skripal den Kurs gegen russische Oligarchen verschärft. Bislang waren russische Milliardäre aller Art in Großbritannien hoch willkommen. Niemand hat genauer überprüft, woher das Geld zum Beispiel für den Kauf von Luxus-Immobilien in London kam. Jetzt aber schauen die britischen Behörden zumindest bei den Putin-freundlichen Oligarchen genauer hin, und nach ihrer Einschätzung pflegt Abramowitsch enge Kontakte zum russischen Präsidenten.

Wird Chelsea verkauft?
Der Milliardär reagiert darauf. Zunächst hat er in dieser Woche neben der russischen die israelische Staatsbürgerschaft angenommen. Die Jerusalem Post meldet, der Milliardär habe danach den Antrag auf ein britisches Visum zurückgezogen. Mit der israelischen Staatsbürgerschaft könnte er eigentlich zu Kurzbesuchen nach Großbritannien kommen, die britische Regierung hat aber erklärt, arbeiten dürfe er bei diesen Aufenthalten nicht.
Am Ende dieses Streits könnte Abramowitsch nicht nur auf ein neues Stadion verzichten, sondern komplett auf den englischen Erfolgsclub. Der FC Chelsea könnte bald zum Verkauf stehen, so die Spekulation der britischen Medien heute.