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Publizist Roger Willemsen ist tot

Der Autor Roger Willemsen bei seinem Auftritt auf dem Literaturfestival Lit.Cologne in Köln.  (dpa / Henning Kaiser)
Der Autor Roger Willemsen bei seinem Auftritt auf dem Literaturfestival Lit.Cologne in Köln im vergangenen Jahr. (dpa / Henning Kaiser)

Der Publizist und Moderator Roger Willemsen ist im Alter von 60 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Das bestätigten sein Büro in Hamburg sowie sein Frankfurter Verlag S. Fischer. Er gehörte zu den bekanntesten deutschen Intellektuellen. Im vergangenen August war bekannt geworden, dass Willemsen an Krebs litt.

Willemsen hatte seine Karriere im Fernsehen begonnen. Ab 1991 moderierte er mehr als 600 Ausgaben der Interviewreihe "0137" beim Bezahlsender Premiere. 1993 wurde er dafür mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Einem breiteren Publikum bekannt wurde er vor allem mit der ZDF-Talksendung "Willemsens Woche", die er ab 1994 vier Jahre lang moderierte. Im Laufe der Jahre produzierte er mehrere Sendungen für das ZDF, darunter die neunteilige Reihe "Willemsens Zeitgenossen" sowie die Sendung "Willemsens Musikszene", in denen er Musiker und andere Prominente interviewte und porträtierte. Von 2004 bis 2006 moderierte er im Schweizer Fernsehen den "Literaturclub", eine der ältesten Literatursendungen im deutschsprachigen Fernsehen.

Später war er auch als Gastgeber verschiedener Kulturveranstaltungen tätig und tourte mit Bühnenprogrammen durch deutsche Theater. 

Großen Erfolg hatte er als Autor - in Zeitungen sowie mit Büchern. Er war vor allem bekannt für essayistische Reisebücher. Zuletzt erschien von ihm "Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament". Darin dokumentierte er als Zuhörer im Bundestag den parlamentarischen Alltag.

Krebserkrankung seit August bekannt

Seit 2010 war Willemsen Honorarprofessor an der Humboldt-Universität Berlin. Er war außerdem Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Willemsen engagierte sich sozial für mehrere Nichtregierungsorganisationen, so etwa Amnesty International und Terre des Femmes. Er war zudem Botschafter der Kampagne "Helfen steckt an - Bonner für Afghanistan" und Mitglied bei der globalisierungskritischen Organisation "Attac".

Im vergangenen August hatte sein Büro bekannt gegeben, dass Willemsen an einer Krebserkrankung leidet. Daraufhin waren alle seine Termine abgesagt worden.

(cvo/tgs)

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