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Radsport
Dreikampf um den Vuelta-Sieg

Um den letzten großen Titel in der Saison 2020 fahren noch drei Konkurrenten: Primoz Roglic, Richard Carapaz und Hugh Carthy machen in der letzten Woche den Gesamtsieg unter sich aus. Der Titelverteidiger hat sich beim Zeitfahren in die Spitzenposition gebracht.

Von Tom Mustroph | 03.11.2020

Primoz Roglic im engen Trikot und Zeitfahr-Helm auf dem Rad
Primoz Roglic holte sich beim Zeitfahren die Gesamtführung (imago/Kiko Huesca)
Der Favorit hat sich das rote Trikot zurückgeholt. Primoz Roglic gewann das Zeitfahren an der nordwestspanischen Atlantikküste. Eine Sekunde Vorsprung nur hatte er auf den überraschend starken US-Amerikaner Will Barta. 49 Sekunden fuhr er hingegen auf seinen ärgsten Rivalen Richard Carapaz heraus. Der nahm den Rückschlag aber gelassen hin:
"Das war ein ziemlich schweres Zeitfahren. Und ich bin glücklich über das Resultat. Wir sind hergekommen, um die Vuelta zu gewinnen und versuchen das weiter."
27-10-2020 Vuelta A Espana Tappa 07 Vitoria - Villanueva De Valdegovia 2020, Team Ineos Grenadiers 2020, Jumbo - Visma Carapaz Antonio, Richard Antonio Roglic, Primoz PUBLICATIONxNOTxINxITAxFRAxNED
Vuelta a Espagna 2020, ein Radrennen unter besonderen Umständen mit Primoz Roglic und Richard Carapaz. (imago images / Sirotti)
Der Ecuadorianer liegt jetzt 39 Sekunden hinter Roglic. In Lauerstellung hat sich der Brite Hugh Carthy gebracht. Er gewann bereits am Sonntag die Königsetappe zum Alto de Angliru und scheint der Klassementfahrer mit der aktuell besten Form. Im Zeitfahren verlor er nur 25 Sekunden auf Roglic, machte aber Zeit auf Carapaz gut. Nur acht Sekunden liegt er hinter dem Ineos-Profi, 47 hinter Roglic. Er dürfte für die Überraschungsmomente in der dritten Woche sorgen. Dessen ist er sich auch bewusst:
"Ich weiß noch nicht, ob ich zocken werde. Wichtig wird sicher die 17. Etappe. Die bietet die beste Gelegenheit. Davor kommen aber auch noch ein paar gefährliche Etappen."
Froome mit sechs Minuten Rückstand im Zeitfahren
Einen besonderen Auftritt hatte Chris Froome. Der vierfache Toursieger verlor in seiner früheren Spezialdisziplin fast sechs Minuten auf Roglic. Er leistete damit aber Planerfüllung. Das meinte zumindest sein Sportlicher Leiter Gabriel Rasch:
"Er ist ein Teamplayer, und er wusste, heute sollte er so viel Energie wie möglich sparen. Aber er hat ganz wenig eingesetzt, um für Richard so frisch wie möglich zu sein."
Vielleicht war Carapaz auch deshalb so gelassen. Er kann auf Froomes gesparte Kraft zählen. Am Samstag fällt die Entscheidung am Alto de La Covadilla.