Freitag, 30. September 2022

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Reformation in Serie
Luthers Thesen - neu gelesen (1)

Die Reformationsbotschafterin Margot Käßmann, die Fernsehjournalistin Gundula Gause und der Schriftsteller Feridun Zaimoglu kommentieren Martin Luthers erste These.

19.06.2017

    These 1: "Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: 'Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen', wollte er, dass das ganze Leben der Glaubenden Buße sei."
    Feridun Zaimoglu, Schriftsteller: "Martin Luther weist mit der ersten These darauf hin, dass es nicht darum gehen kann, dass Pfaffen und Priester den Christen einfach von Sündenschuld freisprechen."
    Margot Käßmann, Reformationsbotschafterin: "Luther war wichtig, dass du nicht einzelne Bußakte vollziehst – für diese Sünde diese Buße, oder hier drei Gebete sprechen. Sondern er hat gesagt: 'Das ganze Leben soll eine Haltung sein der Umkehr, dass du dir bewusst bist: Vor Gott willst du anders leben.'"
    Zaimoglu: "Er weist auf das heilige Buch. Er kennt das heilige Buch, die heilige Schrift. Sie war für ihn lesbar und er weist darauf hin, dass es gilt, im ganzen Leben gerade zu stehen, den Kopf hinzuhalten und zu büßen."
    Gundula Gause, Fernsehjournalistin: "Buße tun heißt 'umkehren in die offenen Arme Gottes'. So schreibt es Martin Luther in seinem Katechismus. Wer Buße tut, ändert sein Denken und seine Einstellung zum Leben – weil er Gottes Liebe erfahren hat. Das ist Luthers grundsätzliches Anliegen."
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    Konzeption und Realisierung: Christiane Florin, Andreas Main, Christian Röther, Simonetta Dibbern