Medizin
Rekord bei Gewebespenden - Bedarf bleibt hoch

Die Zahl der medizinischen Gewebespenden in Deutschland ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Der Bedarf bleibt dennoch hoch, vor allem bei Herzklappen.

    Eine Augenhornhaut wird in einem Labor als Transplantat vorbereitet.
    Am häufigsten wurden 2025 Augenhornhäute gespendet (Archivbild). (picture alliance / dpa / Jens Büttner)
    9.640 Menschen haben im vergangenen Jahr Augenhornhäute, Herzklappen oder andere Transplantate aus dem Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) erhalten. Das seien gut 15 Prozent mehr als 2024, berichtet die gemeinnützige Organisation.
    Der Zuwachs an Spenden sei auch der Tatsache zu verdanken, dass immer mehr Kliniken in Deutschland potenzielle Spenderinnen und Spender melden und die Gewebespende in ihr Selbstverständnis integrierten, sagte DGFG-Geschäftsführer Börgel.
    Am häufigsten wurden 2025 Augenhornhäute gespendet und transplantiert: 4.070 Personen spendeten sie nach ihrem Tod; 6.370 wurden nach der Aufbereitung in sogenannten Gewebebanken an Augenkliniken vermittelt. Die Transplantation ermöglicht anderen, ihr Augenlicht zu erhalten oder wiederzuerlangen.

    Bedarf bleibt hoch - vor allem bei Herzklappen

    Dennoch gebe es weiterhin einen Mangel an Geweben, beklagen die Fachleute: Besonders hoch sei dieser bei Herzklappen. So hätten trotz steigender Spenderzahlen 2025 nur weniger als die Hälfte der Anfragen erfüllt werden können.
    Im Gegensatz zur Organspende seien Gewebespenden in der Bevölkerung kaum bekannt, erklärte die Organisation. "Wird das Thema zu Lebzeiten mit An- und Zugehörigen besprochen, erleichtert man ihnen eine schwierige Entscheidung in einer mehr als herausfordernden Situation." Seinen Willen kann man auch auf dem Organspendeausweis hinterlassen und im Organspende-Register. 
    Diese Nachricht wurde am 01.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.