
Die Wissenschaftler Armin Nassehi und Irmhild Saake von der Universität München hatten in einem Beitragfür "Die Zeit" beklagt, es gebe eine Dominanz linker ideologischer Haltungen. Die Forschung sei nicht mehr ausreichend ergebnisoffen, sondern auf die Kritik an Ungleichheiten fixiert. Nassehi und Saake verweisen unter anderem auf die vielfältigen sogenannten Studies. Diese trügen wie Gender-, Postcolonial-, Queer- oder Disability-Studies das Thema ihres politisierten Engagements schon im Namen.
Ebenfalls in der "Zeit" haben nun die Göttinger Soziologin Sarah Nies und ihr Frankfurter Kollege Stephan Lessenich einen Widerspruch veröffentlicht. Sie betonen, alle gesellschaftlichen Verhältnisse seien von Machtstrukturen geprägt. Daher sei es nachvollziehbar und keine bloße moralische Empörung, dass sich die Wissenschaft intensiv mit dem sozialen Phänomen der Ungleichheit befasse. Nies und Lessenich werfen Nassehi und Saake vor, die Soziologie gerade jetzt infrage zu stellen, wo die Gesellschaftswissenschaften in das Fadenkreuz autoritärer Angriffe geraten seien.
Diese Nachricht wurde am 11.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
