Donnerstag, 25. April 2024

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Blick auf russische Tradition

In seinem jüngsten „Funkkonzert“ am 1. Oktober verknüpfte RSB-Chefdirigent Vladimir Jurowski frühe sowjetische Rundfunkgeschichte, das Schicksal Wsewolod Meyerholds sowie Verdienste des DDR-Rundfunks um osteuropäische Avantgarde.

Am Mikrofon: Uwe Friedrich | 18.10.2023
Blick in eine Orchester-Geigergruppe.
Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin feiert in diesem Jahr seine 100. Saison. (Unsplash / Larisa Birta)
Wenn Vladimir Jurowski Schauspielmusik von Michail Gnessin, Wissarion Schebalin und Dmitri Schostakowitsch mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin aufführt, weiß er sich in einer langen Tradition.
Nicht nur sein Vater Michail, auch andere Dirigentenkollegen haben mit diesem Klangkörper russisches Repertoire gepflegt - von Romantikern von Tschaikowsky bis Rachmaninow bis zu Zeitgenossen wie Alfred Schnittke oder Rodion Schtschedrin.

Systematische Ausrichtung des Programms

Vor dem Mauerfall sollte das Orchester die Verbundenheit zu den „sozialistischen Bruderländern“ hörbar machen, an prominenter Stelle die zur Sowjetunion - wobei eine nicht unbedeutende Dokumentation osteuropäischer Moderne entstand.
Mit Archivaufnahmen und Ausschnitten aus dem jüngsten RSB-Funkkonzert geht die Sendung der Frage nach, wie politische und künstlerische Aspekte in der Orchesterarbeit austariert werden können.
Mitschnitt vom Deutschlandfunk Kultur am 1.10.2023 im Haus des Rundfunks, Berlin
Michai Gnessin
„Jüdisches Orchester auf dem Ball beim Bürgermeister“ (Ausschnitt)

Wissarion Schebalin
Musik zu Puschkins Schauspiel „Der steinerne Gast“ (Ausschnitt)

Dmitri Schostakowitsch
„Die Wanze“. Suite aus der Schauspielmusik, op. 19 (Ausschnitt)

Svetlana Mamresheva, Mezzosopran
Kinderchor der Komischen Oper Berlin
Vocalconsort Berlin
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Vladimir Jurowski