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Auswertung des Mikrozensus
Rund 28 Prozent des Einkommens für Miete

Mieter in Deutschland geben etwas mehr als ein Viertel des Haushaltseinkommens für die Wohnungskosten aus.

31.03.2023
    Ein Zettel an einem Baum in Hamburg verspricht eine Belohnung von 1.000 Euro für die erfolgreiche Vermittlung einer Wohnung an eine alleinerziehende Mutter.
    Viele Menschen finden vor allem in Ballungsgebieten keine neue, bezahlbare Wohnung. (picture alliance /dpa / Markus Scholz)
    Das ergibt eine Auswertung des Mikrozensus 2022 durch das Statistische Bundesamt. Demnach belief sich die Mietbelastung im vergangenen Jahr im Schnitt auf 27,8 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens. Dabei zahlten Menschen, die ihren Mietvertrag bereits vor 1999 abgeschlossen hatten, 2,7 Prozentpunkte weniger als Menschen, die ihre Wohnung 2019 oder später angemietet hatten. Rund drei Millionen Haushalte gaben sogar mehr als 40 Prozent des Einkommens aus.
    Nach Ansicht des wissenschaftlichen Direktors des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung, Dullien, ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt noch deutlich dramatischer. Der Mikrozensus erfasse Bestandsmieten. Diese seien im Durchschnitt viel geringer als Neumieten. Zudem bilde der Mikrozensus nicht wirklich ab, wenn Menschen wegen der angespannten Situation vor allem in Ballungsgebieten überhaupt keine neue Wohnung fänden.
    Diese Nachricht wurde am 31.03.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.