Samstag, 21. Mai 2022

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Saarländischer Sportverband
Noch viel Aufklärung in der Finanzaffäre nötig

Heute hat der Innen- und Sportausschuss des saarländischen Landtages in der Finanzaffäre um den LSVS, den saarländischen Sportverband, getagt. Am Ende einer zweieinhalbstündigen Anhörung steht eines sicher fest: Es muss noch viel Aufklärungsarbeit im Detail geleistet werden.

Von Tonia Koch | 11.01.2018

Der Präsident des Landessportverbandes Klaus Meiser, blieb heute bei seiner Einschätzung. Weder er selbst noch sein Vorgänger im Amt, sei für die finanzielle Schieflage des LSVS, des Saarländischen Landessportverbandes verantwortlich.
"Weder der Gerd Meyer noch ich, noch das Präsidium – wir sind ja gemeinsam verantwortlich – haben einen Fehler gemacht."
Fest steht, dass der Verband über Jahre hinweg über seine Verhältnisse gelebt hat. Eine halbe Million Euro hat er pro Jahr mehr ausgegeben, als er hatte. Verantwortlich dafür sei in erster Linie der inzwischen von seinen Aufgaben entbundene Hauptgeschäftsführer des Verbandes, so Präsident Meiser.
"Das haben wir hinlänglich dargelegt, dass das über die Jahre immer wieder verschleiert wurde."
Sporthallen blieben unsaniert
Inwieweit dieser Vorwurf tatsächlich zutrifft, wird wohl die Staatsanwaltschaft klären, sie ermittelt. Bilanztechnisch sei die Vermögens- und Finanzlage des LSVS nicht zu beanstanden, urteilten die Wirtschaftsprüfer, das wurde heute im Ausschuss bestätigt. Nur leider stopfte der Landesportverband mit Millionen Euro aus dem Erlös von Gebäudeverkäufen und aus Investitionsdarlehen Haushaltslöcher statt mit diesen Summen – wie vorgesehen – Sporthallen zu sanieren. Dafür wird der Verband nun neue Kredite aufnehmen müssen. Das all dies unbemerkt blieb, deute auf ein strukturelles Problem hin, sagt die Ausschussvorsitzende Petra Berg.
"Nein, die Strukturen stimmen nicht, das hat der Präsident eingeräumt. Die Strukturen werden jetzt überprüft, sie werden neu aufgestellt."
1200 € monatlich für Organisationstätigkeiten der Lebensgefährtin
Zu den Ungereimtheiten zählt auch, dass es das ehrenamtlich tätige Präsidium des Landesportverbandes zuließ, dass ihr Präsident Berufliches mit Privatem verquickte und seine Lebensgefährtin damit betraute, für 1200 Euro monatlich seinen Terminkalender zu führen.
"In der Organisation hat das prima funktioniert, das Präsidium war informiert, der Personalrat, den Rest überlasse ich ihrer Wertung."
Das Arbeitsverhältnis ist inzwischen aufgelöst. Die Mängel in der Organisationstruktur des Verbandes sind damit jedoch nicht behoben.