Küstenschutz
Sandaufschüttung an Stränden beeinflusst kleinste Organismen

Viele Sandstrände an der deutschen Nord- und Ostseeküste brauchen regelmäßig Sandaufschüttungen, damit sie nicht verschwinden. Wenn Spülschiffe Sand vom Meeresboden absaugen und ihn an den Stränden verteilen, schadet das einer Studie zufolge allerdings vielen Kleinstlebewesen im Sand.

    Ein Strandkorb am Strand von Ahrenshoop, vor einem Haus mit Reetdach und malerischer Strandkulisse.
    Eine Strandkulisse in Ahrenshoop (picture alliance / dpa / Jens Büttner)
    Ein Forschungsteam des Instituts Senckenberg hat erst an einem Ostseestrand in Ahrenshoop Sediment-Proben genommen. Dann hat es ganz klassisch Organismen unter dem Mikroskop bestimm, gezählt und zusätzlich die DNA in den Proben untersucht, um Hinweise auf die Arten zu bekommen.
    Das Ergebnis: Unmittelbar nach der Sandaufspülung waren Milben und Ringelwürmer fast komplett verschwunden und es gab deutlich weniger Ruderfußkrebse. Stattdessen fanden sich mehr Plattwürmer. Laut dem Forschungsteam brauchten die kleinen Organismen fast ein Jahr, um sich von der Sandauffschüttung zu erholen. Die Organismen sind unter anderem deswegen wichtig, weil sie vielen anderen größeren Tieren an der Küste als Futter dienen.
    Die Studie erschien im Fachmagazin Metabarcodingund Metagenomics.
    
    Diese Nachricht wurde am 11.09.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.