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Schlechte Nachrichten für die Eurozone

Die EZB hat die Geldschleusen mit der Zinssenkung noch einmal weit geöffnet - eine radikale Maßnahme, die die aktuellen Prognosen der EU-Kommission zu bestätigen scheinen: Die Wirtschaft in der Eurozone könnte 2013 um 0,4 Prozent schrumpfen. Der Aufschwung kommt nur langsam.

Von Jörg Münchenberg | 03.05.2013

    Es waren keine guten Nachrichten, die Währungskommissar Olli Rehn heute präsentierte. Denn die Wirtschaft in der EU kommt nur verhalten in Schwung, entsprechend musste die Kommission ihre Prognosen noch einmal nach unten korrigieren. So soll die Wirtschaft in der Eurozone 2013 um 0,4 Prozent schrumpfen. Noch im Februar hatte Rehn ein Minus von 0,3 Prozent vorhergesagt. Auch die EU insgesamt soll leicht in die Rezession rutschen.

    Gleichzeitig bleiben die nationalen Ungleichgewichte enorm: Deutschland wird auch in diesem Jahr ein Wachstum von 0,4 Prozent erreichen, die zyprische Wirtschaft dürfte laut Frühjahrsgutachten um fast 13 Prozent abstürzen. Ähnlich dramatisch auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Österreich und Deutschland können ihre Arbeitslosenquoten bei rund fünf Prozent stabilisieren; Griechenland und Spanien leiden weiterhin unter Arbeitslosenquoten von 27 Prozent.

    Aber auch bei der Reduzierung der Haushaltsdefizite kommt die Eurozone langsamer voran als erhofft. Gerade die wirtschaftlichen Schwergewichte Spanien und Frankreich werden die Vorgaben von drei Prozent klar verfehlen.

    Deshalb ist die Kommission bereit, diesen Ländern entgegenzukommen: Paris soll demnach die Defizitvorgaben erst 2015 einhalten. Dazu seien aber weitere Reformen, insbesondere auf dem Arbeitsmarkt und bei den Sozialsystemen notwendig – so die deutliche Mahnung der EU-Kommission. Auch Spanien soll angesichts der schwierigen Wirtschaftslage einen Aufschub von zwei Jahren bis 2016 erhalten. Die endgültige Entscheidung darüber, ob die Eurozone ihren bisherigen Sparkurs verlangsamen dürfte, wird jedoch erst Ende Mai fallen.