Parteitag
Schwerdtner und Pantisano zu Linken-Vorsitzenden gewählt

Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano sind die neue Doppelspitze der Linken. Die Delegierten des Bundesparteitags in Potsdam bestätigten Schwerdtner mit 85,7 Prozent im Amt. Pantisano wurde mit nur 53,3 Prozent zum Nachfolger von Jan van Aken gewählt, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte.

    Das Foto zeigt die Linken-Vorsitzenden Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano.
    Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano sind zu neuen Linken-Vorsitzenden gewählt worden. (Michael Bahlo / dpa / Michael Bahlo)
    Schwerdtner war zum ersten Mal im Oktober 2024 zur Parteichefin gewählt worden. Sie und van Aken hätten von den Delegierten damals einen Vertrauensvorschuss bekommen, sagte Schwerdtner in ihrer Bewerbungsrede. Sie wolle mit der Partei weiter gegen die von der schwarz-roten Bundesregierung geplanten Kürzungen kämpfen.
    Pantisano machte in seiner Rede deutlich, dass er verstärkt Arbeiterinnen und Arbeiter erreichen wolle. Er sprach von den "echten Leistungsträgern im Gegensatz zu den Konzernbossen". Der 46-jährige ist aktuell Vizechef der Linken-Bundestagsfraktion.

    Van Aken wünscht sich sozialistische Volkspartei in Deutschland

    Zuvor hatte sich der nun scheidende Linken-Vorsitzende van Aken von den Delegierten verabschiedet. In seiner Rede sagte er, er sehe für seine Partei ein Wählerpotenzial von 20 Prozent der Stimmen. Forderungen nach einer Vermögensteuer, einem Mietendeckel oder der Rente ab 65 hätten in der Bevölkerung breite Unterstützung. Seine Vision sei eine sozialistische Volkspartei in Deutschland, betonte van Aken.
    Gestern war auf dem Bundesparteitag der Beschluss gefasst worden, Israels Vorgehen im Gazakrieg als ”Völkermord” zu bezeichnen. Im Vorfeld der Abstimmung gab es eine lebhafte Debatte zu dem Thema. Im Beschluss enthalten ist ein Bekenntnis zum Existenzrecht des Staates Israel und Palästinas.
    Aus dem Deutschlandfunk-Programm:
    Bundesparteitag in Potsdam: Die Linke ringt um Position zu Israel (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 20.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.