
Der ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt sprach von einem Vorfall neuer Qualität. Schmidt sagte, er würde dies einen Anschlagsversuch nennen. Für die deutschen Sicherheitsbehörden sei dies ein sehr unruhiger Tag und eine sehr beunruhigende Entwicklung. Aus Schmidts Sicht sind die deutschen Flughäfen bisher nicht ausreichend geschützt vor solchen Vorfällen.
Der CDU-Verteidigungspolitiker Kiesewetter vermutet, dass Russland die Tat beauftragt hat. Er sagte der "Augsburger Allgemeinen", Deutschland sollte Artikel-4-Konsultationen in der NATO anstrengen. Artikel 4 erlaubt es jedem Mitgliedsland, Konsultationen mit den Bündnispartnern zu verlangen, wenn es seine territoriale Unversehrtheit bedroht sieht.
Entdeckt wurde die Drohne am Airport Leipzig/Halle in der Nähe einer Antonow-Transportmaschine. Laut dem sächsischen Landeskriminalamt hatte die Drohne eine "unbekannte Sprengvorrichtung". Das Fluggerät sei nach dem Fund mit einem Sprengstoffroboter untersucht worden, der Zünder sei entfernt worden. Auch die NATO, für die solche Flugzeuge von Leipzig aus im Einsatz sind, bestätigte den Vorfall. Der Betrieb am Flughafen wurde in der Nacht vorübergehend eingestellt, mehrere Maschinen wurden umgeleitet.
Bundesinnenminister Dobrindt unterbricht Urlaub
Der sächsische Innenminister Schuster stufte die Entdeckung einer Drohne mit Sprengsatz am Flughafen Leipzig/Halle als "sehr ernsten Sicherheitsvorfall" ein. Deshalb ermittelten Landes- und Bundessicherheitsbehörden unter Hochdruck Hand in Hand, sagte der CDU-Politiker. Er stehe in engem Kontakt zu Bundesinnenminister Dobrindt. Wie die Bild-Zeitung berichtet, unterbricht dieser seinen Urlaub, um am Abend in Leipzig an einer Lagebesprechung mit den Chefs der Sicherheitsbehörden teilzunehmen.
Weiterer Zwischenfall bestätigt: Flugzeug kollidiert mit unbekanntem Objekt
Später kam es offenbar zu einem weiteren Zwischenfall. In der Nähe des Leipziger Flughafens kollidierte eine Maschine mit einem bislang unbekannten Objekt. Das Flugzeug konnte wegen des Funds der Drohne nicht in Leipzig/Halle landen und musste durchstarten, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte. Dann sei es "anscheinend mit etwas kollidiert" und habe anschließend in Hannover landen können.
Diese Nachricht wurde am 05.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




