Nach Krawallen
Sorge vor weiteren Ausschreitungen in Frankreich: Regierung ordnet lokale Ausgangssperren an

Nach den Ausschreitungen in französischen Städten am Wochenende hat Premierminister Lecornu heute begrenzte Ausgangssperren angeordnet. Lecornu erklärte, er habe den Präfekten entsprechende Anweisungen erteilt, um weitere Ausschreitungen und Plünderungen zu verhindern.

    Ein Mann wirft etwas. Er steht auf einer Straße. Dort brennt es. Der Mann ist ganz schwarz gekleidet.
    In Frankreich war es am Rande von Protesten zu massiver Gewalt gekommen. (IMAGO / Bestimage / Frédéric Lefebvre)
    Eine genaue Karte solle am Nachmittag bekannt gegeben werden. Zuvor hatte bereits die Stadt Marseille bis heute Abend um 20 Uhr öffentliche Versammlungen untersagt.
    Am Rande von Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten und bessere Bildungsbedingungen hatten Randalierer Polizisten angegriffen, Autos und Gebäude in Brand gesetzt und Geschäfte geplündert. Nach Angaben des Innenministeriums wurden etwa 2.400 Menschen festgenommen. Fast 1.000 Polizisten und andere Sicherheitskräfte wurden verletzt.

    Frankreichs Regierung: "Linksextreme und Kriminelle" verantwortlich - Diskussion über Polizeigewalt

    Lecornu bekräftigte die Vorwürfe von Präsident Macron, dass es sich um "organisiertes Chaos" gehandelt habe, für das "Linksextreme und Kriminelle" verantwortlich gewesen seien.
    Gleichzeitig steht die Polizei nicht erst seit dem Wochenende wegen ihres harten Vorgehens in der Kritik. Schon seit Mitte September demonstrieren Schüler in Frankreich, sie fordern mehr Lehrkräfte, kleinere Klassen und eine bessere Ausstattung. Die Proteste ereignen sich vor dem Hintergrund der Debatte um einen Sparhaushalt, den die Regierung durchs Parlament bekommen will. Dieser sieht auch Kürzungen im Bildungsbereich vor. Die Wut der Schüler vereinte sich am Samstag mit der Wut vieler Erwachsener über gestiegene Lebenshaltungskosten.
    Nicht nur in Frankreich, auch in anderen Staaten Europas sind am Wochenende tausende Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten auf die Straße gegangen. Teilweise kam es auch dort zu Ausschreitungen und Plünderungen.

    Frankreichs Innenminister bietet Rücktritt an - Präsident Macron lehnt ab

    Präsident Macron lehnte das mittlerweile eingereichte Rücktrittsgesuch von Innenminister Nunez ab. Wie der Elysee-Palast mitteilte, soll Nunez im Amt bleiben, um die Befehlskette innerhalb der Polizei und der Sicherheitsbehörden aufrechtzuerhalten. Zugleich rief Macron den Innenminister dazu auf, schnellstmöglich neue Maßnahmen gegen Randalierer einzuleiten. Die Polizeiarbeit solle auf den Prüfstand gestellt werden. Es gebe Versäumnisse bei der Planung der Polizeieinsätze und der Beschaffung von Informationen im Vorfeld der Ausschreitungen.

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    "Frankreich in Aufruhr": Hören Sie hier einen Beitrag von unserem Paris-Korrespondenten Stephan Detjen .
    Diese Nachricht wurde am 19.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.