
Klingbeil sagte im ZDF, man müsse nun über die inhaltliche Politik reden. Viele Menschen seien unzufrieden mit dem Reformkurs der Bundesregierung. SPD- Generalsekretär Klüssendorf nannte die Reformen bei der Rente und der Pflege sowie die Aufstellung des Bundeshaushalts als Themen, bei denen Gesprächsbedarf bestehe. Vor allem die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren treffe die SPD-Anhänger.
Co-Parteichefin Bas erklärte im ARD-Fernsehen, die SPD werde in der Koalition weiter dafür streiten, dass das Leben für die Menschen bezahlbar bleibe. Einen Sonderparteitag oder Debatten über die Parteispitze nannte sie derzeit nicht vordringlich. Es gehe angesichts des Erfolgs der AfD um Wichtigeres. Die SPD hat den Hochrechnungen zufolge mit neun Prozent ihr Ergebnis von vor fünf Jahren leicht verbessert.
Schulze (CDU) macht auch Bundespolitik für Wahlniederlage verantwortlich
Ministerpräsident Schulze hatte am Abend seine Niederlage eingeräumt, aber auch Folgen der Politik der Bundesregierung auf den Wahlausgang beklagt. Schulze sagte im ARD-Interview: "Wir hatten oft Gegenwind und das war nicht immer ganz einfach." Es gelte jetzt für diejenigen, die im Landtag Verantwortung trügen, aber auch über Sachsen-Anhalt hinaus, dass man mit Ergebnis umgehe und dass man dieses Zeichen auch erkenne.
Kanzleramtsministerin Warken sprach von einer "Zäsur" für die CDU. Es sei ein sehr schwieriges Ergebnis - auch für die Bundesregierung, fügte die CDU-Politikerin im ZDF hinzu. Ein Problem sei, dass die angestoßenen Reformen erst ihre Wirkung entfalten müssten. An ihnen müsse die Regierung weiterhin festhalten. Auch der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Hoffmann, warnte die Koalition im Bund vor einem Abweichen von ihrem Reformkurs. Das schwierige Wahlergebnis ändere nichts am Reformbedarf des Landes, sagte Hoffmann der "Rheinischen Post".
Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels, Radtke, wiederum erklärte laut Nachrichtenagentur AFP, mit den üblichen Phrasen von einem bitteren Abend und notwendiger Analyse sei es diesmal nicht getan. Die von Merz geführte Bundes-CDU müsse stärker als bisher die Belange von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vertreten.
Diese Nachricht wurde am 07.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
