Spielweisen 

Heimspiel – Die ROC BerlinSingen neu erlebbar machen

Es ist ein Konzertsaal zu sehen mit einem auf Abstand stehendem Chor auf der Bühne und rar besetzten Publikumssitzen (Justus Hoffmeier)

Seit Covid-19 grassiert, können professionelle Chorsängerinnen und -sänger ihren Beruf nur noch stark eingeschränkt ausüben. Für die Chöre der ROC Berlin ist das eine doppelte Herausforderung: Gilt es doch, Chorarbeit neu zu definieren und zugleich an ambitionierten Projekten weiter zu arbeiten.

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Wortspiel - Brahms Klarinettenquintett„Zauberische Töne“

Deutschlandradio / Paula Drozdowski (Deutschlandradio)

Warum ist dieses Spätwerke von Johannes Brahms so unglaublich schön? Wie hat der Komponist es geschafft, formal so dicht, analytisch und zugleich so gefühlvoll zu arbeiten? Die jungen Musikerinnen und Musiker des erfolgreichen Aris-Streichquartetts erläutern im Gespräch und mit Klangbeispielen das Werk.

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Anspiel - Schrekers KompositionsklassenLohnende Raritäten

Ein Mann mit Hut und grauem Mantel blickt im Porträt in die Kamera. Er steht leicht nach rechts abgewandt, hinter ihm ist eine Häuserfassade aus grünen Fensterläden und großen Steinen zu sehen. (PR/Kolja Lessing)

Franz Schreker zählt zwar zu den wichtigsten Opern-Komponisten des 20. Jahrhunderts, doch seine Bedeutung als Lehrer ist weniger bekannt. Der Pianist, Geiger und Musikwissenschaftler Kolja Lessing schließt mit der vierten CD seine Aufnahme-Serie mit Werken von Schreker-Schülern ab.

Anspiel - Crumb und DebussyKlangmalerei zweier Welten

Ein Mann hält das Notenpult von einem alten Flügel vor sich. Er steht dabei im Grünen, weit im Hintergrund sind Häuser unscharf zu erkennen. (Andrej Grilc)

Ein zentrales Werk der Klaviermusik des 20. Jahrhunderts ist Georg Crumbs Makrokosmos. Es erforscht die Klangmöglichkeiten, die Flügel neben dem Anschlag der Tasten hergeben. Martin Kletts neue CD verbindet Crumbs Zyklus erstmals mit einem anderen.

Anspiel - Teestunde bei HändelZu Gast im Salon des Meisters

Eine Frau mit langen, glatten Haaren trägt ein smaragdgrünes Kleid. Im Hintergrund Füße großer Säulen und ein Garten. (Harald Hoffmann)

Händels Opern und sein Oratorium "Messias" werden heute überall und sehr oft gespielt. Weniger prominent sind seine kleiner besetzten Werke. Dorothee Mields und die Freitagsakademie haben einige aufgenommen: lohneswerte Entdeckungen.

Young Ludwig-WettbewerbSiegerkonzert im Dornröschensaal

Vor einem großen braunen Gebäude mit Bauzaun, gehen Menschen von rechts nach links vorbei. (Jochen Hubmacher / Deutschlandradio)

Die Stadthalle in Görlitz gehört zweifellos zu den schönsten Konzertsälen Deutschlands. Derzeit wird sie saniert und schlummert im Dornröschen-Schlaf. Doch der kleinere Kammermusiksaal ist schon spielbereit: Die Preisträger des Young Ludwig-Wettbewerbs zeigten dort Ende September ihr Können.

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Konzerte aus Europa - Festival Jazzkaar TallinnGregorianik und indische Ragas

Der Sitar Spieler Nishat Khan sitzt vor Publikum mit übergeschlagenen Beinen auf einer kleinen, schwarz ausgekleideten Bühne mit seiner indischen Langhalslaute in beiden Händen vor den Sängerinnen und Sängern, die dahinter im Halbkreis aufgestellt sind.  (Kaisa Keizars-Aron/Jazzkar)

Eine Maxime des indischen Sitar-Stars Nishat Khan ist, musikalische Grenzen zu überschreiten. Beim Konzert in Tallinn traf er auf Gleichgesinnte, denn das estnische Avantgarde-Ensemble Vox Clamantis hat die Begeisterung für den Gregorianischen Choral zusammengeführt. Ein gelungenes Klangexperiment.

Heimspiel – Die ROC BerlinBeautifully British

Neben einem Notenpult (v.l.) diskutieren ein älterer grauhaariger Mann mit einem jüngeren Mann mit gelocktem Haar in einem leeren Konzertsaal. (Peter Adamik)

Das Deutsche Symphonie Orchester und Chefdirigent Robin Ticciati haben ihre vierte gemeinsame Saison begonnen. Inzwischen hat sich das künstlerische Spielfeld beständig erweitert, neue Aufführungsformen haben sich etabliert. Bei einem Sonder-Projekt musste man im Herbst aktuell umdisponieren.

Wortspiel – Beethovens Maccabäus-VariationenRuhig, melodiös, schönheitsselig

Ein barockes Schloß mit gelbem Anstrich und Treppenaufgang und Nebengebäude links. (Deutschlandradio / Golda Manderscheid)

Schon als junger Komponist zeigt sich Beethoven als souveräner Meister der Variationskunst: Phantasievoll und virtuos im Klavier, gesanglich im Cello. Liese Klahn am historischen Hammerflügel und Cellist Peter Hörr stellen das Werk, das nach Advent klingt, im Gespräch und mit Musikbeispielen vor.

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Anspiel - Die DiskussionsrundeHighlights und Enttäuschungen

Ein Mann, dessen Rücken man sieht, hebt einen Taktstock und neigt sich sacht zur Seite. (Berliner Philharmoniker / Stephan Rabold)

Drei Personen, neun neue CDs: Eleonore Büning, Bjørn Woll und Jonas Zerweck diskutieren über Tops und Flops auf dem Plattenmarkt der letzten Monate. Welche Aufnahmen lohnen sich? Welche enttäuschen?

Komponist Pietro Andrea ZianiVon Venedig nach Österreich

Blick auf das Schloss in Kroměříž, dahinter ist noch der Kirchturm der Schlosskapelle sichtbar. Von aussen ist es ein schlichtes rechteckiges Gebäude aus hellem Stein, mit rotem Dach, der Eingang ist ein kleiner Laubengang mit 4 Bögen. Davor befindet sich ein grüner Rasen mit kunstvoll geschnittenen Hecken   (CTK)

Einst wurde er in Venedig und Wien als Opernkomponist gefeiert, heute sind die Werke von Pietro Andrea Ziani weitgehend in Vergessenheit geraten. Das Festival "Hortus magicus" lud 2019 mit dem Ensemble "Societas Incognitorum" nach Tschechien zum Wiederentdecken ein.

Heimspiel – Die ROC Berlin"The World to come"

Ein Orchester sitzt in einer blau ausgeleuchteten Industriehalle. In der Mitte stehen Dirigent und Sängerin auf einer Metallplattform. (Lucie Jansch)

In seiner "Missa solemnis" formulierte Beethoven Hoffnung auf die künftige Welt. Heute ist die Zukunft für viele Menschen mit Sorgen und Ängsten verknüpft. Der Rundfunkchor und das RSB wollen mit ihrem neuen, Genre übergreifenden Projekt ermutigen, die Vielgestalt unserer Gegenwart wertzuschätzen.

Schuberts a-Moll Klaviersonate - Teil 2Glück und Widerstand

Die Pianistin und der Moderator sitzen am schwarzen Flügel und schauen in die Noten. Der Moderator hält der Pianistin ein Mikrofon zum Hinheinsprechen hin. (Deutschlandradio)

Der junge Franz Schubert komponierte in den ersten Satz seiner a-Moll-Sonate aus dem Jahr 1823 den Schock über seine unheilbare Krankheit. Im zweiten Satz dagegen erklingen Ruhe und Hoffnung, im dritten unbedingter Lebenswille. Die Pianistin Sophie Pacini erkundet letzteres im Gespräch und am Flügel - mit feinem psychologischem Gespür und analytischer Schärfe.

CD-Vergleich: Fatma Said und Nihan DeveciogluKultureller Brückenschlag

Eine Frau im smaragdgrünen Abendkleid lehnt sich in einem Flur gegen eine weiße Wand. (Felix Broede)

Immer wenn sich Kulturen gegenseitig beeinflussen, wird es künstlerisch spannend. Dann entstehen Werke, die neue Formen finden, weil sie etwa davor Unvereinbares zusammenbringen. Zwei neue CDs betrachten den musikalischen Mittelmeerraum - jeweils auf ihre eigene Weise.

Die Orgelszene im InternetGut vernetzt, aber ohne Chance

Blick senkrecht von unten nach oben in einer Kirche, wo über einer Brüstung zwischen mächtigen Steinsäulen die Edelstahl-Pfeifen einer Kirchenorgel hängen. (Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH)

Ein Grüppchen junger Organistinnen und Organisten entwickelt seit ein paar Monaten Formate in den Sozialen Medien. Auf den großen Plattformen haben sie alleine aber kaum eine Chance, ein größeres Publikum zu erreichen.

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CD-Vergleich: Beethoven-TranskriptionenVielfalt der Fassungen

Noten und Schriftzug "Kuss" in Beethovens Autograph. (SBB-PK / Hagen Immel)

Wenn Sinfonieorchester pandemiebedingt nicht auftreten dürfen, werden Transkriptionen attraktiv. Franz Liszt hat Beethovens 9. Sinfonie gleich mehrmals transkribiert, wenn auch aus einem anderen Grund. Er wollte die Werke verbreiten. Auch Fritz Kalkbrenner bearbeitete die Neunte für Klavier. Mehrere neue Aufnahmen bieten eine gute Möglichkeit zum Vergleich.

Konzert aus BarcelonaMusikalischer Mischsalat

Vier Mitglieder des Ensembles Cantoría, drei Männer iin Anzügen und offenen weißen Hemden mit kurzen Haaren stehen im Halbkreis um die Sopranistin mit langen dunklen Haaren und einem festlichen, ärmellosen Kleid. im Hintergrund gotische Bögen des Kreuzganges in der Abtei Ambronay (Bertrand PICHENE-CCR Ambronay)

Im Rahmen des "Festival Emergents Barcelona" fördert das Zentrum "L'Auditori" in Barcelona vielversprechende Musikerinnen und Musiker und gibt ihnen Gelegenheit, sich vor einem großen Publikum zu präsentieren - in einer beeindruckenden Konzerthalle.

Heimspiel – Die ROC BerlinIm Zeichen der Pandemie

Ein schwarz gekleidetes Streichorchester spielt stehend, der Dirigent steht rechts mittig und blickt auf seine Noten, die vor ihm auf einem Pult liegen. (RSB/Olivia Pohlenz)

Wegen der Corona-Pandemie musste auch beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin der Beginn der neuen Saison kurzfristig umgeplant werden: So kommen vernachlässigte Werke von Komponisten auf den Plan, die sonst hinter großem Repertoire und intimer Kammermusik verschwinden.

Schuberts a-Moll Klaviersonate - Teil 1Bitter wie der Tod

Eine junge Frau mit schwarzen schulterlangen Haaren sitzt an einem Flügel und spielt, ein Mann mit weißem Hemd und schwarzer Brille neben hier hält ein Mikrofon und schaut in die Noten auf dem Flügel. (Deutschlandfunk)

Franz Schubert schonte sich selbst und auch seine Zuhörer nicht. Die Pianistin Sophie Pacini zeigt am Flügel und im Gespräch, was dessen Klaviersonate uns abverlangt. Und wie er uns zugleich, wenn auch nur kurz, in paradiesische Gefilde führt.

Anspiel - Neuer StreamingdienstDie neue Traumbühne?

Der Cellist hat den Kopf aufgestützt, sein Cello ist neben ihm liegend auf dem Tisch platziert. (Jan Vogler / Marco Grob)

Das Start-Up Dreamstage bietet eine digitale Plattform für Live-Konzerte, die funktioniert wie ein virtuelles Konzerthaus – Zugang hat man nur mit einem gekauften Ticket. Alle Genres sollen mittelfristig vertreten sein – zum Start gab es vor allem Klassik-Konzerte

Anspiel - Neue Eastman-CDTitel, die provozieren

Ein Man of Color mit Bart und Brille hat den Kopf leicht gehoben und die Augen geschlossen. Er trägt einen hellen Strickpullopver und kratzt sich mit der rechten Hand am Bart. (Christine Rusiniak)

Julius Eastman schrieb Minimal Music, viel aggressivere und eindringlichere als seine berühmten Kollegen Philip Glass und Steve Reich. Der homosexuelle Afroamerikaner starb 1990 und hinterliess Werke wie "Evil Nigger" oder "Gay Guerilla". Eastmans Musik passt in keine Schublade - aber unbedingt in unsere Zeit.

Deutscher Dirigentenpreis Auftakt zum Erfolg

30.09.2019, Nordrhein-Westfalen, Köln: Der Nachwuchsdirigent Julio García Vico sitzt in der Kölner Philharmonie.  (picture alliance / dpa / Roberto Pfeil)

Julio García Vico hatte nicht damit gerechnet, in die Endrunde zu kommen. Er musste eine Probe absagen und in einen geliehenen, viel zu großen Frack schlüpfen, um im Finale des Deutschen Dirigentenpreis dabei zu sein. Am Ende gewann der junge Spanier den 1. Preis.

Renaissancemusik in PragSpanische Mariengesänge und Gregorianik

Neun Sängerinnen stehen in einem Halbkreis in einem Keller-Gewölbe und tragen schwarze Kleidung. Eine von ihnen, vorne in der Mitte, pustet bunte Blätter in die Luft.  (Vojtěch Havlík)

Tomás Luis de Victoria, bedeutender spanischer Renaissancekomponist, wirkte lange als Kapellmeister in einem Nonnenkonvent. In der Prager Simon-und-Judas-Kirche rekonstruierten das Tiburtina Ensemble und die Capella de la Torre, wie sich der Gesang der Nonnen damals angehört haben könnte.

Heimspiel – Die ROC BerlinArvo Pärt zum 85. Geburtstag

Ein alter Mann mit wenig Kopfhaar und einem Vollbart im Halbporträt, mit Blick nach oben und einem leichten Lächeln. (picture-alliance / dpa / Scanpix, Pedersen)

Anfangs komponierte er experimentell. Nach längerer Schaffenskrise hatte sich der estnische Komponist Arvo Pärt neu erfunden und präsentierte sich mit stark reduzierter Musik, die heute als sein Personalstil gilt. Der RIAS Kammerchor hat sich über zehn Jahre mit Pärts Chorwerken befasst.

Beethovens 1. KlavierkonzertÜberraschender Auftritt

Ein Mann sitzt an einem Flügel ohne Deckel und spielt. Hinter dem Flügel sitzen Männer und Frauen, die Violine spielen, wenige auch Horn. (Jochen Hubmacher)

Mit seinem Klavierkonzert Nr. 1 wollte Beethoven als junger Musiker in Wien zeigen, was er alles so drauf hat. Seinen selbstbewussten Ton, seine musikalischen Neuerungen stellt der Pianist und Dirigent Lars Vogt vor - im Gespräch und mit vielen Musikbeispielen.

Anspiel - Die DiskussionsrundeHighlights und Enttäuschungen

Ein Mann in dunklem T-Shirt und kurzen dunklen Haaren schaut lächelnd nach links aus dem Bild. (Kaupo Kikkas)

Drei Personen, neun neue CDs: Eleonore Büning, Bjørn Woll und Jonas Zerweck diskutieren über Tops und Flops auf dem Plattenmarkt der letzten Monate. Welche Aufnahmen lohnen sich? Welche enttäuschen?

Auswärtsspiel – Orchesterkonzert beim Prager Frühling 2020Slawisches Strahlen

Ein junger Mann im weißen Hemd mit Dirigentenstab in der Hand blickt stolz den Betrachter an. (Robert Kružík)

Beim Musikfestival Prager Frühling präsentieren die Streicher des Prager Radio-Sinfonieorchesters die Vielfalt slawischer Musik von Dvořák bis Penderecki: Ein Programm, das mit der bewegten Geschichte des Orchesters verknüpft ist.

Heimspiel – Die ROC BerlinKleine Gemeinsamkeiten gegen die Einsamkeit

Ein Quartett ist von hinten zu sehen bei einem Konzert vor Mitbewohnern eines Altenheims (Robert Niemeyer)

Seit einigen Wochen besuchen Musikerinnen und Musiker des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin in kleinen Gruppen Krankenhäuser und Seniorenheime, um zu spielen. Musik bewirkt hier wahre Wunder - sie baut Brücken, wie es kein anderes Medium kann.

Musik im GesprächGernsheim wiederentdecken!

Am Flügel sitzt der Pianist und schaut in die Noten auf dem Notenpult, ebenso der Moderator und der Geiger links danebenstehend, vor dem ein Laptop auf einem Notenständer steht.. (Deutschlandradio)

Einst so berühmt wie Johannes Brahms und Gustav Mahler, doch heute völlig unbekannt: Friedrich Gernsheim. Vor allem die Nationalsozialisten sorgten dafür, dass er vergessen wurde. Die Musiker Christoph Schickedanz und Ernst Breidenbach beweisen im Gespräch und mit Musik wie hörenswert etwa die 1. Violinsonate ist.

Neuer MusiknotenverlagInspiration im Abo

Auf einer Tischplatte liegt ein helles Magazin, auf dem "aurio signature" steht. (Deutschlandradio/Jonas Zerweck)

Musiknoten per Abonnement? Ein neugegründeter Verlag möchte Musikerinnen und Musikern regelmäßig unbekannte Stücke nach Hause schicken, dazu multimedial aufbereitet. Eine Inspirationsquelle für Vielbeschäftigte also. Kann das funktionieren?

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Vorspiel - Concours de Genève Im Wald der Klänge und Rhythmen

Eine junge Frau spielt mit vollem Einsatz Schlagzeug, die beiden Trommelstöcke zum Schlag hoch erhoben. (Anne-Laure Lechat)

Pianistin Martha Argerich hat ihn gewonnen, Trompeter Maurice André und Oboist Heinz Holliger ebenfalls. Der Concours de Genève zählt zu den weltweit renommiertesten Musikwettbewerben. 2019 trafen sich dort Percussionisten aus aller Welt zum musikalischen Kräftemessen.

Festival Resonanzen Wien 2020Mariengesänge aus Südamerika

Mehrere Personen in weißen Gewändern lachen in die Kamera und tragen Instrumente. (lemontquidomine)

Eine spanische Zarzuela trifft auf südamerikanische Mariengesänge, überschwänglich musiziert vom kubanischen Ensemble Conjunto de Música Antigua Ars Longa. Einer der Höhepunkte vom Wiener Resonanzenfestival 2020.

Heimspiel – das DSO Berlin spielt Bohuslav MartinůAuf Entdeckermission

Ein Mann blickt auf einer Schwarzweißfotografie mit etwas ausdrucklosem Blick knapp an der Kamera vorbei. (CTK Photo/dpa)

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin widmet sich seit einiger Zeit der Sinfonik von Bohuslav Martinů. Der scheidende Orchesterdirektor Alexander Steinbeis wertschätzt diese Entdeckertat und berichtet, wie das Orchester in der Corona-Krise nach vorn zu schauen versucht.

Beethovens 5. KlavierkonzertSinfonische Kraft

Ein Mann mit Mikrofon interviewt beim Musikgespräch einen Mann am Hammerflügel, Dirigent und Musikerensemble im holzgetäfelten Dlf-Kammermusiksaal. (Deutschlandfunk)

Als Systemsprenger ist Beethoven in die Musikgeschichte eingegangen. Auch sein letztes Klavierkonzert bricht mit der üblichen Form der Wiener Klassik und entwickelt eine orchestrale Musikerzählung. Ronald Brautigam und die Kölner Akademie zeigen in Wort und Klang, wie es funktioniert.

Auswärtsspiel – Monteverdis L‘Orfeo mit Concerto CopenhagenFarbenfrohes Liebesleiden

Ein Mann mit schmerzerfülltem Gesicht wendet sich von einer Frau im gelben Kleid ab, die Blumen im Haar trägt. (Ben van Duin)

Orfeo will Euridice aus dem Totenreich befreien und scheitert. Aus diesem Drama entwickelte Monteverdi eine der ersten Opern der Musikgeschichte. Eine packende Interpretation mit ausdrucksstarken Sängern gelingt dem Originalklangensemble Concerto Copenhagen in Dänemark.

Heimspiel – Die ROC Berlin"SING!" mit Ausrufezeichen

In einem kleinen Konzertsaal sitzen viele Menschen unterschiedlichen Alters zusammen. In der Mitte des Raumes sitzt ein weißhaariger Mann am Flügel. (SING!/Martina Graf)

Das Bildungsprogramm "SING!" des Rundfunkchores Berlin führt Kinder und Lehrkräfte von Berliner Grundschulen wieder an das Singen heran. Was aber tut "SING!" in Zeiten, wo Schulen langsam aus dem Lockdown erwachen, sich gemeinsames Singen aber noch verbietet?

Gustav Mahlers 1. SinfonieKlingende Naturbilder

Robin Ticciati steht mit Mikrofon im Vordergrund, im Hintergrund sieht man das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. (Kai Bienert)

Naturseligkeit und Ironie liegen in Gustav Mahlers Musik eng beisammen. Wie sich dabei beides entwickelt, welche Bilder und Ideen die Klänge der ersten Sinfonie im Kopf des britischen Dirigenten Robin Ticciati hervorrufen, das erzählt der Maestro in seinem moderierten Konzert.

Anspiel – Cello und KlavierIm Bann Schostakowitschs

Zwei junge Frauen stehen nebeneinander und schauen in die Kamera. Die linke hält ihr Cello vor sich, die rechte hat ihre Hand auf einem geschlossenen Flügel abgelegt. (Felix Broede)

Mit einem ungewöhnlichen Programm für eine Debüt-CD betreten die beiden Schwestern Anouchka und Katharina Hack den Plattenmarkt. Sie spielen drei sehr unterschiedliche Werke von Schostakowitsch. Und bekommen am Ende prominenten Besuch.

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Anspiel – Pietari InkinenVerschobener Durchbruch

Ein Mann steht aufrecht in einem weitläufigen Flur, schaut in die Kamera und hält seinen Taktstock vor sich in seinen Händen. (Mechthild Schneider)

Dieses Jahr hätte sein erster großerm international beachteteter Auftritt stattfinden sollen. Bei den Bayreuther Festspielen warn Pietari Inkinen für den "Ring des Nibelungen" eingeplant. Der fiel zwar aus, aber auf zwei neuen CDs lernt man den finnischen Dirigenten gut kennen.

Auswärtsspiel: Miguel Harth-Bedoya in OsloZwischen Skipiste und Konzertsaal

Ein Dirigent im Anzug lacht beim Applaus mit Geschenk in den Händen ins Publikum. Orchestermusiker*innen im Hintergrund. (NRK)

Nach sieben Jahren als Chefdirigent beim Norwegischen Rundfunkorchester gab Miguel Harth-Bedoya im Februar sein Abschiedskonzert in Oslo. Mit ihm auf der Bühne: der 19-jährige Nachwuchsgeiger Johan Dalene.

Heimspiel – Die ROC BerlinAnika Treutler spielt Viktor Ullmann

Seitenansicht einer blonden Frau in schulterlosem Abendkleid an einem Flügel. (Neda Navaee)

Seine Kurzoper "Der Kaiser von Atlantis" machte den Komponisten Viktor Ullmann posthum einem breiten Publikum bekannt. Allerdings ist Österreicher nicht auf dieses eine Werk zu reduzieren. Im Nachlass gibt es viel zu entdecken: zum Beispiel sein Klavierkonzert.

Othmar Schoecks LiederRomantischer Nachklang

Der Bariton Äneas Humm singt zum Festakt der Verleihung seines Deutschlandfunk-Förderpreises 2018 (Niklas Wolff)

Der Schweizer Komponist Othmar Schoeck wurde nach 1945 schnell vergessen. Der Sänger Dietrich Fischer-Dieskau hat versucht, ihn zu rehabilitieren. Und auch der junge Bariton Äneas Humm ist ein Schoeck-Fan. Warum, das erzählt er im Gespräch und mit vielen Musikbeispielen.

Corona-ProfiteureZuwachs beim Klassik-Videostreaming

Ein Frau mit schwarzen langen Haaren und schwarzer Kleidung sitzt im leeren Großen Saal der Elbphilharmonie an einem Flügel. (Elbphilharmonie / Philipp Seliger)

Live-Konzerte gibt es derzeit nicht, stattdessen erleben Video-Streams von klassischer Musik im Internet großen Aufschwung. Das Angebot ist vilefältig und reicht von kostenlosen selbstgemachten Videos bis zu hochwertig produzierten kostenpflichtigen Streams. Ein Überblick.

Der Deutsche MusikwettbewerbVor und nach Corona

Auf dem Bild ist ein leerer Konzertraum zusehen mit einem schwarzen Flügel und leeren Notenpulten, rechts steht ein Plakat vom DMW (DMW/Christian Kern)

200 gut vorbereitete Teilnehmer, namhafte Juroren und das Organisationsteam waren bereit für den Deutschen Musikwettbewerb. Vom 23. März bis 4. April sollte er in diesem Jahr in Bonn stattfinden. Wegen des Coronavirus musste er aber abgesagt werden. Das lässt Raum die Bedeutung des Wettbewerbs zu reflektieren.

Clara Haskil-KlavierwettbewerbPas de Prix

Concours Clara Haskil, concert de finale. Christian Zacharias, président du jury et chef d'orchestre (Céline Michel)

Der Hauptpreis wurde 2019 nicht vergeben. Das gibt es öfter beim Concours Clara Haskil im schweizerischen Vevey. In diesem Fall beweist es nur, wie dicht die Leistungen der Pianisten Zhu Wang aus China, Jorge González Buajasán aus Kuba und Hyelim Kim aus Südkorea beieinander lagen.

Mittelalterliche Pilgerlieder Festival in romanischen Kirchen im Tessin

Totenkopf-Fries auf weißem Putz an der Seite der Kirche San Giorgio in Morbio Inferiore (Schweiz). (Francesco Piraneo Giuliano)

Das "Llibre Vermell de Montserrat" ist eine einzigartige Sammlung von Pilgerliedern und Tänzen aus dem 14. Jahrhundert. Die Capella de Ministrers singt daraus beim Festival "Cantar di Pietre" in der italienischsprachigen Schweiz.

Heimspiel – Die ROC Berlin#wirbleibenzuhause

Eine Collage von einzelnen singenden Menschen (ROC)

Home office ist das Zauberwort: Alle bleiben zu Haus und schützen so einander. Auch das Publikum von Kulturveranstaltungen sitzt dieser Tage vor seinem PC-Bildschirm und genießt Archivmaterial. Wie aber arbeiten Klangkörper in heimischer Vereinzelung - beispielsweise die der ROC Berlin?

Schostakowitschs 8. StreichquartettKlingende Kriegsgräuel

Die Musiker des Aris Quartett sitzen mit ihren Streichinstrumenten in der Hand im Halbkreis zwischen Mikrofonen im Deutschlandfunk Kammermusiksaal und werden von Moderator Christoph Schmitz interviewt. (Deutschlandradio)

Dimitri Schostakowitsch widmete sein opus 110 den Opfern von Gewaltherrschaft - und auch sich selbst. Es ist eine Art Requiem für die geschundene Menschheit. Wie er das auf erschütternde Weise musikalisch umsetzt, zeigen die Musiker des Aris Quartetts im Gespräch und mit Ausschnitten aus dem Werk.

Klassik-CDsHighlights und Enttäuschungen

Rund 20 Menschen stehen mit ihren Instrumenten in einem hellbraunen Raum, es ist der kleine Saal der Elbphilharmonie in Hamburg. (Tobias Schult)

Im Aufnahmestudio zusammentreffen konnten die drei Musikjournalisten Eleonore Büning, Bjoern Woll und Susann El Kassar dieses Mal Corona-bedingt nicht. Dabei bergen einige der CDs, die diesmal in die Runde eingebracht werden, genug Zündstoff für die Diskussion.

Ensemble “Les Arts Florissants“ Madrigale von Carlo Gesualdo da Venosa

Ein Dirigent, mittig, in Nahaufnahme, umringt von drei Sängern ihm gegenüber unscharf im Vordergrund. (Oscar Ortega)

Die Ausdrucksmusik von Carlo Gesualdo da Venosa ist legendär. Vor allem die expressiven Madrigale, die der italienische Fürst um 1600 in sechs Bänden drucken ließ, faszinieren bis heute. Eine Auswahl davon haben Paul Agnew und “Les Arts Florissants“ im vergangenen Oktober in Rom vorgestellt.

7. Sinfonie von Vaughan WiliamsAntarktische Visionen

Eine Frau im schwarzen Kleid steht in einem Festsaal und schaut lächelnd zur Seite. (Marco Borggreve)

Der Titel klingt nach gleißendem Licht, unwirtlicher Weite und völliger Erstarrung. Und tatsächlich geht es in Ralph Vaughan Williams 7. Sinfonie um die Antarktis. Die Berliner Aufführung berührt durchaus die Frage: Was erzählt dieses Werk heute, im begonnenen Klimawandel?

Beethovens 3. SinfonieHeroisch zu zehnt

Acht Männer und zwei Frauen stehen bzw. sitzen in zwei Halbkreisen mit ihren Instrumenten vor Notenpulten in einem Saal mit historischer Verglasung. (Compagnia di Punto)

Als monumentalen Klangrausch kennen wir Beethovens 3. Sinfonie, die der Komponist selbst mit "Heroische" betitelte. Nun hat die Compagnia di Punto das Werk als Kammermusikversion auf CD eingespielt: Zu zehnt! Die Musiker geben in Wort und Ton ungewöhnliche Einblicke ins Klangfeld des ersten Satzes.

Das Saxofon in der Klassik"Es kann wirklich alles!"

Eine Frau mit langen braunen Haaren hält ein Saxofon in der Hand. Sie balanciert es auf der linken Schulter und der ausgetreckten linken Hand. Es ist die Saxofonistin Asya Fateyeva. (Marco Borggreve)

In den 1920ern nutzten Komponisten das Saxofon für verschiedene Musikstile. Dieser Phase widmet sich die neue CD von Asya Fateyeva. Sie macht damit deutlich: Das Saxofon wurde ein Opfer politischer Instrumentalisierung - mit weitreichenden Konsequenzen.

Triosonaten von BachVerschollenes wurde rekonstruiert

Mitglieder eines Klavierquintett mit ihren Instrumenten auf der Bühne  (Peter C. Theis)

Es fehlen Urfassungen im Katalog von Johann Sebastian Bach, sagt das Ensemble NeoBarock und es hat den Versuch unternommen, diese Fassungen selbst wiederherzustellen. Auf welchen Indizien diese These fußt, erzählt Maren Ries, Mitglied von NeoBarock im Interview.

Auswärtsspiel - Konzerte aus EuropaGriegs Konzertklassiker

Der norwegische Komponist und Pianist Edvard Hagerup Grieg (1843 - 1907). (imago/United Archives)

Edvard Griegs Klavierkonzert faszinierte nach seiner Uraufführung Interpreten, Publikum und Kritiker gleichermaßen. Heute zählt es zu den Klassikern der Konzertliteratur. Die Ouvertüre zu Franz Berwalds Oper "Estrella de Soria" ist dagegen noch ein Geheimtipp.

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