Borussia Dortmund
Nmecha als Bellinghams Nachfolger? Viele BVB-Fans haben Bedenken

Viele BVB-Fans haben nach homophoben Social-Media-Beiträgen von Felix Nmecha Bedenken gegen eine Verpflichtung des Spielers. Nun soll er im Gespräch mit der Klubführung Zweifel ausgeräumt haben. Einige Fans protestieren weiter.

26.06.2023
    Felix Nmecha (l.) im Trikot des VfL Wolfsburgs gegen Emre Can von Borussia Dortmund
    Felix Nmecha (l.) im Trikot des VfL Wolfsburgs gegen Emre Can von Borussia Dortmund (IMAGO / RHR-Foto / IMAGO / Dennis Ewert / RHR-FOTO)
    Nmecha hatte bei Instagram mehrfach trans- und homophobe Standpunkt geteilt. So stellte er die LGBTQIA+-Gemeinschaft mit dem Begriff "PRIDE" in einen Zusammenhang mit dem Teufel. Außerdem teilte er das Video eines amerikanischen Rechtsextremisten, der Witze über ein transsexuelles Kind und dessen Vater machte. Später widersprach Nmecha entsprechenden Vorwürfen und schrieb, dass er "alle Menschen liebe".

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    Berichte über "klärendes Gespräch" zwischen BVB-Führung und Nmecha

    Borussia Dortmund erwägt trotzdem, den Spieler für 25 bis 30 Millionen Euro Ablöse zu verpflichten. Der BVB sucht einen Ersatz für Jude Bellingham, der zu Real Madrid gewechselt ist. Über die beiden Lokalzeitungen WAZ und Ruhr Nachrichten ließ der Klub am Montag (26.06.2023) verlauten, dass Nmecha in einem persönlichen Gespräch die Bedenken ausgeräumt habe.
    Den Berichten zufolge hätten BVB-Präsident Reinhold Lunow und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit dem 22-Jährigen gesprochen. Ergebnis: Nmecha stehe hinter dem Grundwertekodex der Dortmunder.
    Und der besagt: "Wir werden uns stets für das gesellschaftliche Gelingen einsetzen. Darunter verstehen wir ein Vereinsleben und eine Gesellschaft ohne Rassismus, Antisemitismus, LSBTI+-Feindlichkeit, Sexismus, Gewalt und Diskriminierung." Außerdem steht in dem Dokument: "Wir verstehen uns als vielfältige, inklusive Gemeinschaft, sind Heimat für Borussen unabhängig ihres Alters, ihres Aussehens, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Identität und Orientierung, ihrer Kultur, ihres Glaubens, ihrer Hautfarbe, ihrer Nationalität oder ihrer sozialen Herkunft."

    Plakat vor der Geschäftsstelle: "Null Toleranz für Intoleranz!"

    Einigen Fans reichen die Worte von Nmecha nicht als Entschuldigung und werfen dem BVB vor, die propagierten Werte nicht mit Leben zu füllen. Vor der BVB-Geschäftsstelle an der B1 war am Montag ein viele Meter langes Banner platziert: "Null Toleranz für Intoleranz! Werte sind nicht verhandelbar!"

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    "Bis vor Kurzem gab es keine Zweifel, dass das Engagement des BVB weit über bloße Symbolik hinausgeht", heißt es im Online-Fanmagazin schwatzgelb.de. "Nun jedoch scheinen die sportlichen Verantwortlichen ernsthaft zu überlegen, diese Prinzipien dem Wettbewerb unterzuordnen. Im Fall einer Nmecha-Verpflichtung müsste man dem BVB vorwerfen, Werte nur dann hochzuhalten, wenn es ihm selbst nicht wehtut. Das wäre ein fatales Signal."

    Thema auch in der Nationalmannschaft präsent

    Auch in der kriselnden Nationalmannschaft sind die fußballerischen Qualitäten Nmechas gefragt. Bislang kam er unter Bundestrainer Hans-Dieter Flick zu einem Einsatz im Heimspiel gegen Belgien im März in Köln (2:3).
    Auch im Ethikkodex des DFB heißt es: "Im Fußball spiegeln sich die Vielfalt der Gesellschaft. (…) Wir achten und fördern diese Vielfalt auf und abseits des Platzes und dulden keine Diskriminierungen, Belästigungen oder Beleidigungen, sei es aufgrund von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Religion, Alter, Behinderung oder sexueller Orientierung."
    Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte an, mit Nmecha ins Gespräch zu gehen, doch derzeit fehlt er verletzt. "Wir werden das Gespräch mit Felix vor der nächsten Nominierung suchen", teilte der DFB laut "Bild" mit.