Geburtenstarke Jahrgänge
Studie: Auch nach Renteneintritt der "Babyboomer" kommen demografische Herausforderungen - Pflegekapazitäten schon jetzt ausbauen

Die demografischen Herausforderungen in Deutschland nehmen nach dem Renteneintritt der Babyboomer weiter zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung.

    Zwei Senioren gehen mit Gehhilfen durch den Garten eines Seniorenheims. Eine Person nutzt einen Rollator, die andere einen Gehstock.
    Laut einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung nehmen die Herausforderungen durch den demografischen Wandel weiter zu. (Fabian Sommer / dpa )
    Als "Babyboomer" werden die geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1969 bezeichnet. Laut der Analyse werden die Herausforderungen besonders groß, wenn die Angehörigen dieser Generation die sogenannte Hochaltrigkeit ab 80 Jahren erreichen. So sei davon auszugehen, dass die Zahl pflegebedürftiger Menschen zwischen 2035 und 2049 deutlich zunimmt.

    Studie: Pflege- und Versorgungsstrukturen müssen frühzeitig ausgebaut werden

    Die Autoren der Studie fordern dazu auf, Pflegekapazitäten, altersgerechten Wohnraum und Versorgungsstrukturen schon heute auszubauen, um den steigenden Bedarf decken zu können. Außerdem müssten Bund und Länder die Reformen bei der Rente sowie den Pflege- und Sozialsystemen weiter vorantreiben.
    Tiefgreifende Veränderungen sehen sie auch für den Arbeitsmarkt. Bis 2039 würden mehr als 13 Millionen Menschen das gesetzliche Renteneintrittsalter erreichen. Damit gingen dem Arbeitsmarkt zahlreiche erfahrene Fachkräfte verloren. Hier müsse mit einer gezielten Erwerbszuwanderung und Ausbildung von Fachkräften gegengesteuert werden.
    Gleichzeitig gebe es aber auch Chancen - viele Ruheständler seien demnach gut qualifiziert und grundsätzlich bereit, sich ehrenamtlich oder weiter beruflich zu engagieren. Dieses Potenzial müsse aber durch entsprechende Anreize stärker genutzt werden.

    Demografischer Wandel verläuft regional unterschiedlich

    Die Untersuchung zeigt zugleich, dass der demografische Wandel in Deutschland regional unterschiedlich verläuft. Besonders hoch ist der Anteil älterer Menschen schon jetzt in ostdeutschen Flächenländern, während wirtschaftsstarke Bundesländer wie Bayern oder Baden-Württemberg bislang vergleichsweise jung geblieben sind. Aber auch hier wird die Zahl älterer Menschen in Zukunft deutlich zunehmen.
    Besonders deutlich sind die Unterschiede beim Blick auf Landkreise und kreisfreie Städte. Wirtschaftsstarke Großstädte und ihr Umland weisen den geringsten Seniorenanteil auf, während ländliche und strukturschwache Regionen bereits heute besonders stark gealtert sind. Nach der Analyse werden diese regionalen Unterschiede auch in den kommenden Jahrzehnten bestehen bleiben.
    Grundlage der Studie waren Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes sowie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.
    Diese Nachricht wurde am 07.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.