Samstag, 24. Februar 2024

GesprächStudio LCB

23.04.2024 19:30 Uhr, Berlin

Literarisches Colloquium, Am Sandwerder 5

Haus des Literarischen Colloquiums Berlin in Berlin-Wannsee
Das Literarische Colloquium in Berlin-Wannsee (imago / Gerhard Leber)

Lesung: Gerhard Henschel
Gesprächspartner: Oliver Maria Schmitt und Susanne Fischer
Moderation: Katharina Teutsch

Die westdeutschen neunziger Jahre waren rückblickend ein erstaunlich selbstgewisses Jahrzehnt. Den Eindruck bekommt man bei der Lektüre von Gerhard Henschels „Schelmenroman“. Der Kalte Krieg war vorbei, das Ende der Geschichte schien erreicht. Neues Unheil braute sich zwar bereits zusammen, es dauerte aber, bis die Leute das auf ihren Status quo bezogen. Noch war die Welt auch verschont von digitalen Mentalitäten. So gab es eine unangefochtene vierte Gewalt im Land voller charismatischer Aufklärer, die sich gegenseitig beharkten.
Springerpresse, Neues Deutschland, FAZ, Titanic: In diesem Umfeld erblühte die publizistische Karriere des Schriftstellers Gerhard Henschel, der jetzt den zehnten Teil seiner Autofiktion vorlegt und seinen Helden Martin Schlosser für das Frankfurter Satiremagazin Titanic antreten lässt. Zusammen mit den anderen Redakteuren schwadroniert der Hans-Dampf nächtelang über Politik, Fußball und Literatur.
Mit seinem Verleger Klaus Bittermann hatte Henschel 1994 das „Wörterbuch des Gutmenschen“ herausgegeben, worin Polemiken gegen linken Sprachkitsch versammelt waren. Dafür – sowie für sein Buch „Das Blöken der Lämmer. Die Linke und der Kitsch“ – hatte er viel Lob, aber auch viel Tadel erhalten. „Schelmenroman“ liefert jetzt die Chronik dieser publizistischen Ereignisse im Gewand der Autofiktion.
Mit Gerhard Henschel diskutieren der Satiriker Oliver Maria Schmitt und die Literaturwissenschaftlerin Susanne Fischer.
Sendung:
27.04.2024, 20.05 Uhr, Deutschlandfunk
28.04.2024, 0.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur
lcb.de
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