Donnerstag, 06. Oktober 2022

Sue Bird
Basketballstar und Botschafterin beendet Karriere

Im amerikanischen Frauen-Basketball hat eine ganz Große des Sports ihre Karriere beendet. Sue Bird gewann allein fünfmal Gold bei Olympischen Spielen. Doch Bird hat sich nicht nur auf ihren Sport konzentriert, sondern ihre Bekanntheit auch für soziale und gesellschaftliche Themen genutzt.

Von Heiko Oldörp | 09.09.2022

    Sue Bird hat ihre Basketball-Karriere beendet. Mit Seattle Storm wurde sie vier Mal WNBA-Champion.
    Sue Bird hat ihre Basketball-Karriere beendet. Mit Seattle Storm wurde sie vier Mal WNBA-Champion. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Lindsey Wasson)
    Um die Frage zu beantworten, worauf sie während ihrer Karriere besonders stolz sei, musste Sue Bird bei ihrer Abschluss-Konferenz nicht lange überlegen. Man habe einen Senator zu seinem Amt verholfen - das sei kaum zu fassen, so Bird. Und das die WNBA das geschafft habe, das steche für sie außerhalb des Basketballfeldes hervor.
    Der erwähnte Senator ist Demokrat Raphael Warnock. Der afro-amerikanische Herausforderer hatte sich im Januar 2021 im Wahlkampf im US-Bundesstaat Georgia gegen die republikanische Amtsinhaberin Kelly Loeffler durchgesetzt. Auch dank der Unterstützung von Sue Bird und den anderen Spielerinnen der WNBA. Unter ihnen auch die Profis von Atlanta Dream, einem Team, dessen Miteigentümerin Loeffler damals war.

    Fünfmal Olympia-Gold gewonnen

    Es sagt einiges über Sue Bird aus, dass ihr dieses Kapitel als Erstes in den Sinn kommt, wenn sie auf ihre 21-jährige Basketball-Karriere zurückblickt. Immerhin ist sie mit Seattle Storm viermal Meister geworden, hat mit den USA fünfmal Olympia-Gold gewonnen, im Vorjahr bei der Eröffnungsfeier die US-Flagge getragen und gilt als beste Spielmacherin in der Geschichte der WNBA. Für all das bekam Bird nach ihrem letzten Spiel Standing Ovations.
    Bird war nie eine Frau, die sich nur auf ihren Sport fokussiert hat, sondern die ihre Bühne und Bekanntheit nutzte, wichtige soziale Themen anzusprechen. Sie outete sich im US-Fernsehen als lesbisch, machte ihre Beziehung zu Soccer-Star Megan Rapinoe öffentlich - und ist seitdem eines der bekanntesten Gesichter der LGBTQ-Community.

    Eine der lautesten Stimmen im Fall Brittney Griner

    Als die unschuldige Breonna Taylor, eine Schwarze, 2020 von Polizisten daheim erschossen wurde, weigerte sich Bird nach ihren Spielen, über Basketball zu sprechen, sondern rückte den Fakt in den Vordergrund, dass Taylors Mörder noch immer nicht verurteilt seien.
    Und sie ist auch eine der lautesten Stimmen, die die Freilassung der in Russland in Gefangenschaft geratenen Basketballerin Brittney Griner fordern.