Schiedsrichter bestochen?
Südkoreanischer Fußballverband räumt Zahlungen im "Massage-Skandal" ein

Der südkoreanische Fußballverband KFA hat zugegeben, sexuelle Dienstleistungen für ausländische Schiedsrichter bezahlt zu haben. Der Verband bat in einer Mitteilung um Entschuldigung, durch "verschiedene Vorfälle Sorgen bereitet zu haben".

    Ein Schild steht vor den Räumlichkeiten der Korea Football Association (KFA) in Seoul.
    Ein Schild steht vor den Räumlichkeiten der Korea Football Association (KFA) in Seoul. (dpa / Fabian Kretschmer)
    Laut Medienberichten soll die KFA ausländischen Schiedsrichtern Besuche in Massagesalons mit sexuellen Dienstleistungen bezahlt haben. Dabei gehe es um mindestens sieben Länderspiele in den Jahren 2011 und 2012. Die Zahlungen seien durch Kreditkartenabrechnungen dokumentiert.

    Verdacht der Bestechung

    Den Berichten zufolge geht es unter anderem um den Verdacht der Bestechung. Etwa im Februar 2012 bezahlte der Fußballverband vor einem Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft Besuche in Massagesalons. Südkorea zog in die nächste Qualifikationsrunde ein. Ob es zu einseitigen Entscheidungen gekommen ist, ist nicht bewiesen.
    In ihrem Statement betont die KFA, dass die Vorgänge mehr als zehn Jahre zurücklägen und viele Verbandsmitglieder nicht genau Bescheid wüssten. Man werde die öffentliche Kritik nun als Chance für eine grundlegende Erneuerung nutzen.

    Polizeirazzia wegen Berufung des Nationaltrainers

    In einem anderen Fall hatte die Polizei am Donnerstag eine Razzia bei dem südkoreanischen Fußballverband durchgeführt. Es geht um den Vorwurf, dass bei der Berufung des früheren Nationaltrainers Hong Myung-bo die üblichen Regeln missachtet wurden.
    Die südkoreanische Nationalmannschaft war bei der Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Seitdem steht der Fußballverband in der Kritik.
    Diese Nachricht wurde am 08.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.