Tankrabatt kommt größtenteils bei Autofahrern an - Spritpreise deutlich gesunken

Der seit dem 1. Oktober geltende Tankrabatt kommt nach Einschätzung von Experten des Ifo-Instituts sowie des ADAC nicht komplett, aber größtenteils bei den Autofahrern an. Beim Diesel haben die Tankstellen in den ersten fünf Tagen nach Angaben von Ifo von den 17 Cent Steuersenkung je Liter durchschnittlich 15 Cent weitergegeben. Beim Superbenzin E5 seien es durchschnittlich gut 16 Cent und bei Super E10 15 Cent gewesen.

    Zapfsäule vom Nahen
    Tankrabatt komt nicht vollständig an. (Symbolbild) (picture alliance / SNS | Steven Mohr (Symbolbild))
    Die Steuersenkung war den Angaben zufolge bei ihrer Einführung am vergangenen Donnerstag zunächst vollständig weitergegeben worden. Am Wochenende sei die Weitergabe dann aber "unvollständig" geblieben.
    Der ADAC betrachtete den durchschnittlichen Preisunterschied im Wochenvergleich. Der Liter Super E10 kostete demnach am Dienstag 2,126 Euro pro Liter und somit 13,2 Cent weniger als vor einer Woche. Der Preis pro Liter Diesel sank um 17,6 Cent auf 2,233 Euro.

    Rabatt wird vor allem beim Diesel weitergegeben

    "Zwar hat der Eurokurs zuletzt weiter nachgegeben und kürzlich den schwächsten Stand seit Mai 2025 verzeichnet", erklärte der Automobilclub. "Im selben Zeitraum ist der Ölpreis jedoch ebenfalls leicht gesunken." Da Rohöl international in Dollar gehandelt wird, sorgt ein sinkender Eurokurs für höhere Spritpreise in der Eurozone.
    Insgesamt geht der ADAC deshalb davon aus, dass "die steuerliche Entlastung vor allem beim Diesel zu einem großen Teil bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern" ankomme, bei Benzin jedoch nicht. Hinzu komme, dass das Preisniveau ohnehin zuvor sehr hoch gewesen sei.

    Kritik von Grünen an Ölkonzernen

    "Die Ölkonzerne geben den Tankrabatt nicht komplett weiter", erklärte dazu der Grünen-Abgeordnete Michael Kellner. "Dieser Fehler war absehbar, und die Regierung macht ihn trotzdem." Die Mineralölbranche widerspricht. Die Steuerentlastung komme "durchweg und in voller Höhe bei den Tankkundinnen und -kunden an", erklärte der Branchenverband En2x. "Gegenteilige Berechnungen berücksichtigen beispielsweise nicht, dass sich die Kosten zur Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Bioquote und für Transporte - aktuell etwa aufgrund des Rheinniedrigwassers - permanent ändern und Einfluss auf die durchschnittlichen Endkundenpreise haben."
    Das Ifo-Institut sieht an der Steuerentlastung vor allem kritisch, dass diese angesichts der aktuellen Verknappung des Angebots nicht dazu beitrage, weniger Diesel und Benzin zu verbrauchen. "Der Tankrabatt ist außerdem wenig zielgenau. Haushalte mit geringem Einkommen, kleinen Autos und geringer Kilometerleistung profitieren kaum von diesem Entlastungspaket", erklärte der Ifo-Experte Christian Gréus.
    Diese Nachricht wurde am 07.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.