Sonntag, 25. September 2022

Tarifstreit
Bahn und Gewerkschaften verhandeln weiter

Die Verhandlungen zwischen Deutscher Bahn und Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sind vertagt worden. Bis zum Treffen der Tarifkommission am 3. Dezember werde die EVG nicht zu Streiks aufrufen. Und auch die GDL willigte in eine Fortsetzung der Gespräche ein.

21.11.2014

    Regina Rusch-Ziemba, Verhandlungsführerin der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, äußert sich am 21.11.2014 nach einer Verhandlungsrunde mit der Deutschen Bahn AG (DB) in Frankfurt am Main (Hessen) vor Journalisten.
    Die Verhandlungen zwischen Bahn und EVG werden Mitte Dezember fortgesetzt. (picture alliance / dpa - Arne Dedert)
    Wie zuvor schon die Konkurrenz EVG willigte auch die Lokführergewerkschaft GDL am Freitag in eine Fortsetzung der Verhandlungen ein, und zwar bereits am kommenden Freitag in Berlin. "Wir haben damit gezeigt, dass es uns nicht um den Streik an sich geht", erklärte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitagabend in Frankfurt.
    Die Bahn hat der EVG ein neues Angebot unterbreitet. Dabei handle es sich um ein tausendseitiges Dokument. Das sei "zu kurzfristig", sagte die EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba in Frankfurt am Main. Deshalb sei über Inhalte nicht gesprochen und das Treffen nach einer knappen Stunde auf den 12. Dezember vertagt worden. Zunächst werde die Tarifkommission am 3. Dezember tagen. "Bis dahin werden wir nicht zu Arbeitskämpfen aufrufen", sagte Rusch-Ziemba.
    Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber hält eine Einigung im Tarifkonflikt weiter für möglich: "Wir sprechen weiter. Das ist die gute Nachricht." Die EVG fordert in der laufenden Tarifrunde sechs Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr Lohn.
    Angebot an GDL ähnlich
    Die Bahn hatte der GDL ein Angebot vorgelegt, das neben den Lokführern nunmehr auch die Zugbegleiter umfasste, nicht aber weitere Berufsgruppen wie Bordgastronomen oder Disponenten. Dies sei nun Sache weiterer Verhandlungen, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber.
    GDL-Chef Claus Weselsky hatte vor dem Beginn der Verhandlungen bereits gesagt, es sehe danach aus, dass die Bahn nur ein zusätzliches Angebot für Zugbegleiter gemacht habe. Es fehlten Angebote für die ebenfalls von der GDL vertretenen Bordgastronomen, Lokrangierführer, Disponenten und Instruktoren. "Wenn das nicht aufgeklärt wird, verhandeln wir über Schwachsinn", sagte Weselsky. Die GDL sei in der Lage, auch für diese Mitglieder zu streiken.
    Die GDL verlangt für Lokführer und Zugpersonal fünf Prozent mehr Lohn, 37 statt 39 Stunden Wochenarbeitszeit und bessere Schichtpläne. Kern des Konflikts ist aber, dass die GDL für die Zugbegleiter und Rangierführer unter ihren Mitgliedern Verträge abschließen will. Das hat bislang die EVG gemacht. Die Bahn lehnt unterschiedliche Tarifverträge für die gleiche Berufsgruppe ab.
    (vic/tj)