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Taskforce Zukunft Profifußball"Wir können einen wichtigen Teil beitragen"

Die Deutsche Fußball-Liga hat eine Arbeitsgruppe, die sich Gedanken über die Zukunft des Profifußballs machen soll. Dazu gehören Wissenschaftler, Politiker, Fanvertreter und Spieler wie Robin Himmelmann vom FC Sankt Pauli. Im Dlf erläutert Himmelmann, welche Rolle Spielervertreter spielen können.

Robin Himmelmann im Gespräch mit Marina Schweizer | 03.10.2020

Torwart Robin Himmelmann von Pauli trägt vor dem Spiel einen Mundschutz.
Robin Himmelmann sagt, Kommunikation helfe beim Hygienekonzept gegen Missverständnisse (Stuart Franklin/Getty-Pool/dpa/picture-alliance)
Robin Himmelmann ist Torhüter des FC Sankt Pauli und Mitglied des Spielerrats der Spielergewerkschaft VDV. Was bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs der Bundesliga aus Sicht der Spieler schief gelaufen ist, erklärt er im Dlf:
"Natürlich hätten wir uns gewünscht, zumindest mal gehört zu werden. In welcher Art wir uns auch vorstellen könnten, wie ein Restart möglich sein könnte und zu welchen Sachen wir dann auch unser Einverständnis gegeben hätten. So dass einfach die Stimmungslage dann eine andere gewesen wäre."
Kurzfristigkeit anerkennen
Himmelmann hat allerdings Verständnis für die Entscheidungen der DFL: "Ich glaube, dass die Situation natürlich eine sehr besondere war. Es war ja so ein Gerücht, dass der eine Spieltag abgesagt wird. Und dann wurde erst mal alles ausgesetzt. Dann waren die Klubs und die DFL daran interessiert, dass schnellstmöglich der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. Und da wurde dann vielleicht doch das ein oder andere einfach im Zuge des Zeitdrucks entschieden. Ich glaube, da muss man jetzt mit dieser Besonderheit der ganzen Kurzfristigkeit der Situation vorsichtig sein."
Robin Himmelmann faustet einen Ball vor einem heransspringenden Gegenspieler weg
Robin Himmelmann im Einsatz gegen den VfL Bochum (picture alliance/Revierfoto/dpa)
In Sachen neues Konzept für die aktuelle Saison habe es zwei Telefonkonferenzen mit der DFL und den Beteiligten des Hygienekonzepts gegeben. Das habe allen gezeigt, dass die Kommunikation dazu beitrage, Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen, sagt Himmelmann. "Letztlich sind wir diejenigen, die am Wochenende auf dem Platz spielen, die den Klub repräsentieren, die die Liga auch im Inland und im Ausland repräsentieren und den Zugang zu den Fans haben. Ich glaube, das gibt uns da schon eine gewisse Stellung, auch unsere Sicht der Dinge mit einzubringen."
Mittelfristige finanzielle Sicherheit schaffen
Das bezieht sich auch auf die Taskforce Zukunft Profifußball, in der Himmelmann als einer von drei VDV-Vertretern sitzt. Dort wird voraussichtlich auch über eine Obergrenze für Spielergehälter diskutiert. Himmelmann weißt aber darauf hin, dass die im internationalen Wettbewerb möglichts nicht zu Nachteilen für die deutschen Klubs führen soll:
"Man muss dann einfach im Detail schauen, inwieweit das realistisch umsetzbar ist. Vor allen Dingen auch im Zuge des Wettbewerbs. Ich glaube, dass wir dann auch vermutlich über Gehälter reden, über eine Obergrenze, die, die dann auch gar nicht so viele Spieler trifft."
Generell sieht Himmelmann für die Task Force neben vielen Detailfragen zwei große Themenkomplexe: Mittelfristige finanzielle Sicherheit der Klubs - da wurden im Zuge der Coronapandemie Schwierigkeiten der Verein sichtbar. Und die Angst der Fans vor einer Entfremdung, die man nehmen wolle.
Hier hören sie die ausführliche Version des Gesprächs. Im Radio haben wir aus Zeitgründen einen Teil des Gesprächs gekürzt.
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.