Sonntag, 29. Januar 2023

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Teilchenphysik
Der Himmel über Sichuan

2012 verblüffte ein Experiment nahe Hongkong die Fachwelt: Der "Daya Bay"-Detektor hatte die Verwandlungskünste von Neutrinos analysiert. Die Fachwelt versetzten die Zahlen in helle Aufregung: Es schien möglich, dass sich mit Hilfe der Neutrinos eine nobelpreiswürdige Grundfrage der Physik lösen lässt: Warum gibt es im Kosmos sehr viel mehr Materie als Antimaterie? Unter Physikern gilt das Daya-Bay-Experiment als Durchbruch – und zudem als erstes wichtiges Resultat der Teilchenphysik aus China.

Von Frank Grotelüschen | 06.07.2014

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    Das tiefste Untegrundlabor der Welt wird in einem Versorgungstunnel für den Jinping-Staudamm in der chinesischen Provinz Sichuan errichtet. (Frank Grotelüschen)
    Viele Beobachter sehen darin ein Indiz für einen Paradigmenwechsel in der chinesischen Forschungspolitik: In Vergangenheit hatte sich das Land auf angewandte Forschung und Produktentwicklung konzentriert. Doch nun engagiert sich das Riesenreich immer stärker in der Grundlagenforschung, auch in der Physik. So ist ein weiterer, noch größerer Neutrino-Detektor in Vorbereitung, Projektname Juno. Außerdem wird in der Provinz Sichuan demnächst das weltweit tiefste Untergrundlabor stark ausgebaut.
    Hier planen chinesische Physiker gemeinsam mit Max-Planck-Forschern ein ehrgeiziges Experiment zur Suche nach dunkler Materie. Und für die fernere Zukunft spielt man in China sogar mit dem Gedanken, den größten Beschleuniger aller Zeiten zu beherbergen – einen Speicherring, der mit 80 Kilometern Umfang dreimal größer ist als der LHC in Genf.
    Die Recherche vor Ort wurde von der Max-Planck-Gesellschaft unterstützt.

    Manuskript zur Sendung:

    Der Himmel über Sichuan