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StartseiteKalenderblattThomas Alva Edison entwickelt die erste gebrauchfähige Glühbirne19.10.2004

Thomas Alva Edison entwickelt die erste gebrauchfähige Glühbirne

Vor 125 Jahren

Als Thomas Alva Edison im Oktober 1931 zu Grabe getragen wurde, trauerte ganz Amerika. Präsident Hoover schwebte sogar vor, dass alle Amerikaner am Abend für einige Minuten das Licht ausschalten sollten. Doch so etwas ging in einer Industrienation einfach nicht mehr. Zwei Jahre zuvor hatte man noch mit großem Pomp den 50. Jahrestag der Erfindung der Glühbirne gefeiert; Hoover hielt die Festrede beim Gala-Dinner.

Von Irene Meichsner

Thomas Alva Edison, Erfinder der Glühbirne (AP Archiv)
Thomas Alva Edison, Erfinder der Glühbirne (AP Archiv)

"Ich hielt es für angemessen, dass der Präsident der Vereinigten Staaten dieser Ehrung beiwohnt. Mr. Edison hat die Dunkelheit zurückgedrängt, hat unserem Land in der ganzen Welt zu großem Ansehen verholfen. Er ist ein Wohltäter für uns alle.

Auch Edison, inzwischen 82, trat für ein kurzes Grußwort ans Mikrophon - ein Gerät, das er ebenfalls selber erfunden hatte.

Mr. President, Ladies and Gentlemen! Ich bin stolz darauf, dass meine Stimme heute abend die ganze Welt erreicht. Es ist eine ungewöhnliche Gelegenheit für mich, Ihnen allen gegenüber meine tiefe Wertschätzung und Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen .... Gute Nacht.

Als Edison der Glühbirne zum Durchbruch verhalf, war er gerade mal 32 Jahre alt. Von Anfang an witterte er das große Geschäft.
"Bin beim elektrischen Licht auf eine Goldader gestoßen",
soll er einem Mitarbeiter telegraphiert haben, als ihm die technische Lösung des Problems dämmerte. Viele träumten schon lange vom elektrischen Licht. Auch Edison scheiterte unzählige Male, bevor es ihm mit einem Glühfaden aus verkohlter Baumwolle endlich gelang, eine Glühbirne zuerst 13, dann 40 Stunden - später sogar 100 Stunden und länger brennen zu lassen.

"Vorher hatte ich nicht weniger als 6000 verschiedene Naturfasern getestet und auf der ganzen Welt nach dem am besten geeigneten Material für den Glühfaden gesucht."

Edison wusste: Wenn er Geld verdienen wollte, brauchten die Menschen nicht nur Glühbirnen, sondern auch elektrischen Strom. Er rührte die Werbetrommel. Mit einer öffentlichen Präsentation der Glühlampe lockte er zu Sylvester 1879.3000 Schaulustige nach Menlo Park in der Nähe von New York, wo er mit seinem Forschungslabor zu Hause war. Die Nachricht ging um die ganze Welt. In Europa kannte man Edison schon von seinem Phonographen, mit dem sich eine menschliche Stimme aufzeichnen ließ. Doch nicht jeder mochte sich von dem Emporkömmling, der nie eine akademische Bildung genossen hatte, nun auch noch über das elektrische Licht belehren lassen. In Deutschland reagierte Werner Siemens auf die Nachricht von der Glühlampe eher reserviert:

"Sicher bleiben viele Mängel noch übrig und jedenfalls liegen nur kleine Modificationen bekannter Methoden, keine neue geniale Erfindung dabei vor."

Ein französischer Kollege sprach von einer "amerikanischen Ente". Und empfahl, "gegen die pompösen Ankündigungen, die uns von der Neuen Welt zukommen, misstrauisch zu sein."

Ein anderer legte sich in einem Buch nun erst recht für das alte Gaslicht ins Zeug. "Für Privatwohnungen ist das Gaslicht die angenehmste, bequemste und billigste Beleuchtungsart. Das elektrische Licht wird sich vielleicht hier oder da in einzelne große Zimmer oder in besonders luxuriös eingerichtete Wohnungen Eingang verschaffen, aber dies wird eine so seltene Ausnahme sein, dass es unnötig erscheint, sie zu berücksichtigen."

Von wegen. 1880 eröffnete Edison die erste Glühlampenfabrik. Zwei Jahre später folgte das erste Elektrizitätswerk. Nachdem sich Anfang des 20. Jahrhunderts als Material für die Glühfäden das - heute noch übliche - Wolfram durchgesetzt hatte, las man schließlich auch in Deutschland auf Werbeplakaten der Industrie:

"Wo Kinder sind, nur elektrisches Licht. Keine Explosionen, keine Vergiftungen, keine Zündhölzer. Jetzt billiger als Petroleumbeleuchtung."

Edison hatte mit neuen Tüfteleien schon wieder alle Hände voll zu tun. Nicht ohne Wehmut erinnerte er sich 1908 anlässlich einer Ausstellungseröffnung an die glorreiche Geschichte der Elektrifizierung.

Meine Damen und Herren! Diejenigen von uns, die vor fünfzig Jahren mit der Arbeit begannen, haben die moderne industrielle Entwicklung der Elektrizität miterlebt. .. Es ging unglaublich schnell - eine Revolution in praktisch jeder Hinsicht unserer Zivilisation. ... Mögen sich auch diejenigen, die in unsere Fußstapfen treten, ihrer Chancen und ihrer Verantwortung bewusst sein - darauf hoffe ich an diesem Tag der Elektrizität.

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