Donnerstag, 18. August 2022

Treffen der Sonnenforscher
Sonniges Messspektakel in Davos

Am Montag beginnt eines der kuriosesten und zugleich wichtigsten Treffen der Sonnen- und Klimaforscher. Das Physikalisch-Meteorologische Observatorium Davos, kurz Obs genannt, lädt zur Messkampagne zur Eichung der Pyrheliometer.

Von Dirk Lorenzen | 25.09.2021

Hoffen auf viel Sonne: Einige Instrumente der Kampagne 2015 vor dem Weltstrahlungszentrum in Davos
Hoffen auf viel Sonne: Einige Instrumente der Kampagne 2015 vor dem Weltstrahlungszentrum in Davos (Lorenzen)
Diese Messgeräte registrieren die Intensität der Sonnenstrahlung. Die Fachleute müssen sicherstellen, dass Instrumente in Norwegen, Mosambik, Peru, Thailand, in den USA oder wo auch immer wirklich eine identische Skala verwenden.
Alle fünf Jahre kommt es daher zu einem ganz besonderen Spektakel: Für die Internationale Pyrheliometer-Kampagne schicken Institute aus aller Welt Forscherteams mit ihren Messgeräten nach Davos. Turnusgemäß hätte die Kampagne letztes Jahr stattfinden sollen, aber sie wurde wegen der Covid-Pandemie verschoben.
Die Sonne im kurzwelligen Ultraviolett, aufgenommen vom Solar Dynamics Observatory
In Davos werden die Instrumente geeicht, die die Einstrahlung der Sonne messen (NASA)
Bis Mitte Oktober stehen vor dem Obs, das im alten Schulgebäude von Davos untergebracht ist, reihenweise die Pyrheliometer – und erfassen bei exakt denselben Bedingungen die Sonneneinstrahlung.
So eichen die Forscher ihre Instrumente und wissen, wie sie die Messwerte aus aller Welt untereinander vergleichen können. Das ist unerlässlich, um wirklich zuverlässige Aussagen über mögliche Schwankungen in der Sonneneinstrahlung und zum Klimawandel zu machen.
Auch Messgeräte auf Sonnensatelliten, die sich im All befinden, sind an den Davoser Standard angeschlossen. Im Idealfall werden sie vor dem Start vor Ort in den Schweizer Bergen geeicht. Die Sonne scheint überall auf der Erde – aber wie stark sie strahlt, weiß man nirgends genauer als in Davos.