Montag, 28. November 2022

Ukraine-Konflikt
Schwere Kämpfe vor Friedensverhandlungen

Im Osten der Ukraine gibt es wieder heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Separatisten. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko erklärte, die Stadt Kramatorsk sei mithilfe eines russischen Waffensystems angegriffen worden. In Minsk laufen die Vorbereitungen für die anstehenden Friedensgespräche.

10.02.2015

    Nach dem Einschlag einer Rakete in der Stadt Kramatorsk versammeln sich viele Zivilisten um den Krater.
    In der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind mehrere Raketen eingeschlagen. (afp / Volodimir Shuwajew)
    Mehrere Raketen sind nach Darstellung Poroschenkos in das Armeehauptquartier in Kramatorsk eingeschlagen. In angrenzenden Wohngebieten seien mindestens sechs Menschen getötet und mehr als 20 verletzt worden, erklärte die Polizei. Die Stadt liegt am Rande des Konfliktgebiets im Osten der Ukraine und wird eigentlich von Kiew kontrolliert. Poroschenko beschuldigte die Separatisten, die Angriffe mithilfe russischer Raketenwerfer durchgeführt zu haben. Die Separatisten weisen das zurück.
    Im Süden der umkämpften Region hat die ukrainische Armee eine Offensive begonnen. Ziel sei es, die Separatisten rund um die Stadt Mariupol zurückzudrängen, damit diese die Stadt nicht mehr beschießen könnten, sagte Armeesprecher Andrej Lyssenko.
    Russland beginnt Militär-Manöver
    Mit Blick auf die bevorstehenden Friedensgespräche kamen aus Russland unterschiedliche Signale. "Russland ist ein Land, das ernsthaft daran interessiert ist, die Krise zu lösen", erklärte der Sprecher des russischen Präsidialamtes. Gleichzeitig begann die russische Armee heute Manöver auf der Halbinsel Krim und an der südlichen Grenze zur Ukraine.
    Moskau warnte zudem noch einmal vor Waffenlieferungen des Westens an Kiew. Diese würden die Lage nur destabilisieren, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Washington und London halten sich diese Option weiter offen. So erklärte der britische Außenminister Philip Hammond, es liege in der Verantwortung eines jeden NATO-Mitglieds darüber zu entscheiden, ob es die Ukraine mit Waffen versorgen wolle. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt Waffenlieferungen ab und betonte das noch einmal bei ihrem Besuch in Kanada.
    Bundeskanzlerin Merkel und der kanadische Premierminister Harper bei einer Pressekonferenz in Ottawa.
    Bundeskanzlerin Merkel hat sich bei ihrem Besuch in Kanada noch einmal gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen. (afp / Patrick Doyle)
    Merkel reist nach Minsk
    Merkel wird sich morgen mit Frankreichs Präsident François Hollande, dem russischen Staatschef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko in Minsk treffen, um über eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts zu sprechen. Die Vorbereitungen dazu laufen. Die russische Nachrichtenagentur RIA berichtet, dass es hauptsächlich darum gehen soll, schwere Waffen aus dem Krisengebiet abzuziehen und direkte Gespräche zwischen Kiew und den Separatisten in Gang zu bringen.
    (pr/has)