Extreme Parteien in Europa
Ungarns Ministerpräsident Magyar: "Brandmauern machen diese Kräfte stärker"

Ungarns neuer Ministerpräsident Magyar hat anderen EU-Staaten Fehler im Umgang mit extremen Parteien vorgeworfen. Es sei keine Lösung, diese Parteien auszugrenzen und hinter eine Brandmauer zu sperren, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", ohne Deutschland direkt zu benennen.

    Peter Magyar sitzt auf einer Bank aus Holz. Er trägt einen Anzug und lächelt. Hinter ihm sitzen andere Menschen.
    Peter Magyar ist Ungarns neuer Regierungs-Chef. (picture alliance / Anadolu / Robert Nemeti)
    Das mache diese Kräfte nur noch stärker, meinte Magyar. In vielen Ländern schütze die politische, mediale und wirtschaftliche Elite ihre eigene Position und gehe nicht immer auf die Ängste und Probleme der Menschen ein.
    Mit Blick auf das Europäische Parlament sagte Magyar, die Europäische Volkspartei (EVP), zu der auch CDU, CSU und seine Partei Tisza gehören, müsse möglicherweise eines Tages eine Entscheidung treffen. Als natürlichen Verbündeten bezeichnete er die rechtskonservative Fraktion ECR. Ob die EVP auch mit der AfD zusammenarbeiten wolle, sei nicht seine Entscheidung. Miteinander zu reden und sich die Argumente des anderen anzuhören, schade jedoch nicht.
    Diese Nachricht wurde am 04.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.