
Der Musiker Jannek Schmitt sagte seinen für heute geplanten Auftritt ab. Sich für Demokratie, Vielfalt, Menschenrechte und gegen Rechtsextremismus auszusprechen, habe, entgegen der Meinung der Festivalmacher, absolut nichts mit Politik zu tun, sondern sei einfach normale Zivicourage.
Alphavilles "Forever Young" wird Hit auf Glücksgefühle-Festival
Zuvor hatte sich Musiker Felix Jaehn "schockiert" geäußert. Er warf dem Organisator Markus Krampe vor, der mit Ex-Fußballer Lukas Podolski kooperiert, das Festival mit der Ausladung erst so richtig politisch aufgeladen zu haben. Jaehn will am Nachmittag auftreten und sich - Zitat - niemals das Recht nehmen lassen, sich offen gegen eine Partei auszusprechen, die in Teilen gesichert rechtsextrem sei.
Mehrere Künstler interpretierten beim gestrigen ersten Festivaltag demonstrativ Lieder von Alphaville und äußerten sich politisch. Bereits in den vergangenen Tagen hatten die Toten Hosen und Culcha Candela ihre Solidarität mit Alphaville kundgetan.
Veranstalter wollten zunächst keine anti-rechtsradikalen Äußerungen von Alphaville
Die Band, die mit Liedern wie Big in Japan und Forever Young Weltruhm erlangte, war zunächst ausgeladen worden, weil sie nicht zusichern wollte, sich beim Auftritt politischer Äußerungen zu enthalten. Sänger Marian Gold macht sich für Menschenrechte stark und gegen die AfD. Später nahmen die Veranstalter nach massiver Kritik die Ausladung zurück und sprachen von einem Fehler. Alphaville lehnte die Wiedereinladung jedoch ab.
Alphaville nimmt Entschuldigung der Glücksgefühle-Macher zur Kenntnis
"Wir nehmen die Entschuldigung und Wiedereinladung des Veranstalters Markus Krampe zur Kenntnis und hoffen, dass er von nun an die Bedeutung von Rede- und Kunstfreiheit beim Glücksgefühle-Festival gebührend respektiert", teilte Gold der dpa mit. "Ungeachtet dessen haben die vorangegangenen Äußerungen eine Atmosphäre geschaffen, in der wir von einem Auftritt absehen. Die Gage für den nicht stattfindenden Auftritt wird Alphaville an eine gemeinnützige Organisation spenden", hieß es weiter.
Fußballstar Podolski bekräftigte, dass die Ausladung ein Fehler gewesen sei. Jeder dürfe seine Meinung sagen und auch mal Kante zeigen, im Stadion genauso wie auf der Bühne, führte der frühere Nationalspieler aus.
Diese Nachricht wurde am 05.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
