Gespräche über Friedensabkommen
US-Sondergesandte in Moskau eingetroffen

In Moskau haben am Abend die kurzfristig anberaumten neuen Gespräche zum Ukraine-Krieg zwischen Kremlchef Wladimir Putin und den US-Unterhändlern Witkoff und Kushner begonnen. Putin empfing die beiden Gesandten von US-Präsident Trump im Kreml, wie Staatsmedien meldeten.

    Das Foto zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin, wie er die US-Vertreter Steve Witkoff, Jared Kushner und Josh Gruenbaum im Senatspalast des Kremls begrüßt.
    Witkoff (2.v.l.) und Kushner (3.v.l.) waren schon im Januar zu Ukraine-Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Putin in Moskau (dpa-news/Alexander Kazakov)
    Der Sondergesandte und der Schwiegersohn von Präsident Trump werden dort voraussichtlich Staatschef Putin treffen, um mögliche Wege zu einem Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine auszuloten. Ein Kreml-Sprecher teilte mit, Putin habe angeordnet, für drei Tage auf weitere Angriffe auf Kiew zu verzichten.
    Der ukrainische Präsident Selenskyj erklärte, man sei bereit, ebenfalls bis Montag auf Luftangriffe auf Moskau zu verzichten, falls sich Russland daran halte. Nach dem Moskau-Besuch werden Kushner und Witkoff wahrscheinlich morgen in die Ukraine weiterreisen. Die Regierung in Kiew sprach davon, dass dann zwei ranghohe US-Vertreter in der Ukraine erwartet werden.

    Selenskyj wirft Russland Angriffe auf Flughäfen vor

    Kurz zuvor hatte der ukrainische Präsident Selenskyj Russland vorgeworfen, die Flughäfen von Kiew und der nahegelegenen Stadt Boryspil angegriffen zu haben, während man den eigentlich gesperrten Luftraum für die US-Unterhändler habe öffnen wollen.
    Vor dem Besuch der Sondergesandten hatte Russland die USA aufgerufen, bei Gesprächen über ein Ende des Konfliktes die Realitäten auf dem Schlachtfeld zu berücksichtigen. Die Lage verändere sich zuungunsten der Ukraine, sagte der russische Vize-Außenminister Rjabkow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge.

    Tote bei Angriffen Russlands und der Ukraine

    Ungeachtet der Friedensbemühungen haben Russland und die Ukraine neue Angriffe geflogen. In der ostukrainischen Region Dnipro kamen bei einem russischen Raketenangriff auf ein Stahlwerk fünf Menschen ums ‌Leben. Der gesamte ⁠Betrieb sei eingestellt worden, teilte der Stahlproduzent Metinvest mit.
    Bei ukrainischen Angriffen auf den russisch kontrollierten Teil der ukrainischen Region Luhansk sind nach russischen Angaben in den vergangenen 24 Stunden fünf Menschen getötet worden. Unabhängig kontrollieren lassen sich Berichte über das Kampfgeschehen nicht.
    Diese Nachricht wurde am 05.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.