Niedrigwasser
Verkehrsminister von Bund und Ländern beraten über Lage

Wegen des anhaltenden Niedrigwassers am Rhein und an anderen Flüssen will Bundesverkehrsminister Bilger heute mit den Ressortchefs der Länder über weitere Maßnahmen beraten. Bei der Schaltkonferenz gehe es etwa um den Umgang mit bestimmten Gütern, die nicht länger in den Häfen gelagert werden könnten, sagte Bilger.

    Niedrigwasser im Rhein bei Köln, Blick vom rechtsrheinischen Ufer über die Poller Wiesen, Richtung Norden auf die Südbrücke, die von Lastwagen überquert wird.
    Niedrigwasser im Rhein bei Köln, Blick vom rechtsrheinischen Ufer über die Pollerwiesen, Richtung Norden auf die Südbrücke (Imago / Jochen Tack )
    Der CDU-Politiker betonte, die Situation sei weiter sehr angespannt. Man müsse davon ausgehen, dass Probleme mit Niedrigwasser noch den gesamten August bestehen blieben.
    Gestern hatten weitere Bundesländer das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw ausgesetzt, um Transporte zumindest teilweise zu verlagern. Zuletzt erließen Hessen, Schleswig-Holstein und Hamburg Ausnahmeregelungen. Damit gelten inzwischen in allen westdeutschen Ländern Ausnahmen. Von den ostdeutschen Ländern schloss sich nur Mecklenburg-Vorpommern an. Sachsen lehnt eine generelle Aufhebung des Lkw-Fahrverbots ab. Für unaufschiebbare Fahrten wird auf das Verfahren von Einzelfallgenehmigungen verwiesen. Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg argumentieren ähnlich.

    Niedrigwasser belastet Industrie und Handel

    Die derzeit niedrigen Pegelstände in Flüssen wie Rhein oder Donau stellen die Binnenschifffahrt vor große Probleme. Die Schiffe können deutlich weniger Ladung transportieren oder gar nicht mehr fahren. Das erhöht die Transportkosten und belastet vor allem Industriebranchen, die auf Massenguttransporte angewiesen sind. Sogenannte Massengüter sind etwa Mineralöle, Kraftstoffe, Kohle, oder auch Agrarmittel wie Saatgut, Dünge- und Futtermittel.

    Rhein droht zeitweise unpassierbar zu werden

    Für die Schifffahrt ist vor allem die Fahrrinnentiefe entscheidend. Die Fahrrinne ist der Bereich des Flusses, in dem im Normalfall bestimmte Breiten und Tiefen für den Schiffverkehr vorhanden sind. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) erwartet, dass im Laufe dieser Woche der Rhein nicht mehr durchgängig befahrbar sein wird. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) veröffentlicht regelmäßig Wasserstandsvorhersagen für ausgewählte Pegel am Rhein sowie eine 6-Wochen Vorhersage des Wasserstands und Abflusses für ausgewählte Pegel an Rhein, Elbe und Donau.
    Diese Nachricht wurde am 12.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.