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Vom Reiz des Dirigierens
Macht und Magie

"Keiner weiß, wie es wirklich funktioniert", sagt Gijs Leenaars über seine Tätigkeit: Dirigieren. Was macht den Reiz seines komplexen Berufs aus? Die Lust, Visionen von Musik zum Klingen zu bringen oder das Verlangen danach, andere zu führen? Eindrücke aus Geschichte und Gegenwart.

Von Sylvia Systermans | 19.05.2020
    Auf einem s/w-Bild sind zwei Paar Hände vor schwarzem Hintergrund zu sehen, die jeweils einen Taktstock halten.
    Hände dienen Dirigentinnen und Dirigenten nicht nur dem Anzeigen des Taktschlags, sondern auch als Übermittler des Ausdrucks (Julian Kämper)
    Dirigenten sind die Regisseure im Maschinenraum der Musik. Wie sanft soll ein Adagio bei Schubert klingen, wie burschikos ein Scherzo bei Mahler? Vorstellungen vom Klang entwickeln Dirigentinnen und Dirigenten, wenn sie die Partitur studieren. Was sie daraus lesen, vermitteln sie dem Orchester verbal und mit Gesten, Blicken, Körperspannung. Er wolle "das Feuer entzünden, das in den Partituren steht", sagt der Dirigent Christian Thielemann. In der "Werkstatt für interaktives Dirigieren" an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin können junge Dirigenten lernen, wie das geht. Für den vielfältigen Klang von Stimmen begeistert sich der Chef des Berliner Rundfunkchores Gijs Leenaars. Und die Blockflötistin Dorothee Oberlinger greift auf ihre Erfahrung als Solistin zurück, wenn sie nun auch Barockopern dirigiert.