Samstag, 04. Dezember 2021

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Vor dem G20-Gipfel"Gelenkterer Handel wäre richtig"

Der Ökonom Max Otte hat im Vorfeld des G20-Gipfels für eine Abkehr von einem starren Glauben an den freien Welthandel geworben. Er persönlich glaube, dass "gelenkterer Handel und ein leichtes Zurückdrehen der ungebremsten Globalisierung" richtig seien, sagte er im Dlf.

Max Otte im Gespräch mit Birgid Becker | 02.07.2017

Der Ökonom Max Otte
Der Ökonom Max Otte (imago stock & people)
Der Freihandel sei heutzutage ein fast religiöses Dogma, sagte Otte im Deutschlandfunk. Dadurch werde verborgen, dass vieles überhaupt nicht frei sei. Gemeint sei mit Freihandel letzlich die Freiheit für den Kapitalverkehr, für Superreiche und für Konzerne. Otte forderte die G20-Staaten auf, dies auszubalancieren, um die verschiedenen Interessen in Einklang bringen.
Grundsätzlich hält der Wirtschaftswissenschaftler es nicht für falsch, wenn Staaten ihre jeweilige nationale Produktion leicht bevorzugen. Das sei gut für den Arbeitsmarkt und trage dazu bei, die extreme Ungleichheit der Vermögen einzudämmen, erklärte Otte.
Der G20-Gipfel findet am 07.07. und 08.07.2017 in Hamburg statt.