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Startseite@mediasresDas schwierige Verhältnis von CSU und Medien11.10.2018

Vor der Landtagswahl in BayernDas schwierige Verhältnis von CSU und Medien

Die CSU beklagt sich im bayerischen Wahlkampf-Endspurt über die Medien. Die Vorwürfe reichen von "Fake News" bis hin zu gezielten Kampagnen. Teilweise habe die CSU recht, meint Landeskorrespondent Michael Watzke. Dass Berichte oft negativ konnotiert waren, habe sich die Partei allerdings auch selbst zuzuschreiben.

Michael Watzke im Gespräch mit Antje Allroggen

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Markus Söder geht im März 2018 bei einer Sondersitzung der bayerischen CSU-Landtagsfraktionssitzung an einem Abspreeband vorbei, inter dem ihm Journalisten Mikrofone entgegenstrecken (dpa /  Peter Kneffel)
Journalisten warten auf den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) (dpa / Peter Kneffel)
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Nach viel Spott für sein Raumfahrtprogramm "Bavaria One" warf der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) manchen Medien "Fake News" vor, der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer vermutete nach einer Bierzelt-Rede eine gezielte Kampagne gegen seine Person. Um seine Anhänger "direkter" zu erreichten - ohne Umweg über die Medien - kündigte Seehofer außerdem an, künftig selbst twittern zu wollen, ruderte dann aber wieder etwas zurück. Er twittert jetzt zwar - allerdings nur ab und an mit dem Kürzel "HS" über den Twitter-Account des Bundesinnenministerium.

Das Verhältnis von CSU und Medien ist vor der Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober 2018 angespannt. Gab es zu viel Häme oder auch zu wenig Berichterstattung?

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, sitzt am 16.03.2018 nach seiner Wahl in der bayerischen Staatskanzlei umringt von Kameras an seinem neuen Arbeitsplatz  (dpa / Peter Kneffel)Der Bayerische Ministerpräsident Makus Söder (CSU) inszeniert sich (dpa / Peter Kneffel)

Berichte oft negativ konnotiert - aber zu recht

Dass CSU-Generalsekretär Markus Blume dem Bayerischen Rundfunk vorwirft, der BR berichte über bestimmte Wahlveranstaltungen nicht, ist aus Sicht des Deutschlandradio Landeskorrespondenten in Bayern, Michael Watzke, schlichtweg Unsinn. Kritik hatte es etwa gegeben, weil der Bayerische Rundfunk kein Kamerateam zu den Feierlichkeiten zum Todestag des 1988 verstorbenen CSU-Politikers Franz Josef Strauß geschickt hatte. Termine wie dieser seien früher vielleicht Pflichttermine gewesen - heute aber sei dies nicht mehr der Fall, meint Watzke.

Die CSU habe generell viel Sendezeit bekommen. Dass die Berichte oft negativ konnotiert waren, habe sich die CSU allerdings selbst zuzuschreiben - "denn wer ständig parteiintern zankt, der liefert Journalisten Futter", so Watzke. Bei anderen Parteien, wie beispielsweise den Grünen, sei man aber möglicherweise zu unkritisch gewesen. 

Bild der Jungen union nicht korrekt eingeordnet

Die Kritik der CSU an den Medien in Bezug auf die Berichterstattung zum bayerischen Raumfahrtprogramm "Bavaria One" kann Watzke zum Teil verstehen. Ein von Ministerpräsident Söder bei Twitter verbreitetes Bild mit einem darauf zu erkennenden Logo mit der Aufschrift "Bavaria One - Mission Söder" sei von vielen Medien aus dem Kontext gerissen worden.

Ursprünglich sei das auf dem Foto zu erkennende Logo ein ironisches Bild der Jungen Union gewesen - dies sei in vielen Berichten aber nicht dazu gesagt worden. "Das war unfair", so Landeskorrespondent Watzke.

Man " wollte Seehofer missverstehen"

Auch ein Satz des CSU-Vorsitzenden und Bundesinnenminister Horst Seehofer sei von den Medien aus dem Kontext gerissen worden, woraufhin es Kritik seitens der CSU gab. Bei einer Bierzeltrede im Oberbayerischen Töging am Inn am 2. August sagte Horst Seehofer: "Ich bin auch froh über jeden, der bei uns in Deutschland straftätig wird, straffällig, und aus dem Ausland stammt - auch die müssen das Land verlassen."

Horst Seehofer begrüßt die Besucher in einem Bierzelt auf dem Töginger Volksfest (Armin Weigel / dpa)Horst Seehofer begrüßt die Besucher in einem Bierzelt auf dem Töginger Volksfest (Armin Weigel / dpa)

Michael Watzke: "Da war allen im Zelt klar, Seehofer meint, dass er froh ist, um jeden Kriminellen, den er abschieben kann. Das kann man kritisieren. Was Seehofer nicht sagen wollte, dass er sich über Asylbewerber freut, die straffällig werden, damit er sie dann abschieben kann. Wer das geschrieben hat - und das waren einige Medien - der wollte Seehofer missverstehen."

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