Transatlantische Beziehungen
Wadephul warnt vor Debatten über Zukunft der NATO

Bundesaußenminister Wadephul sieht trotz der Meinungsverschiedenheiten mit den USA keine Auflösungserscheinungen der NATO. Er rate dringend dazu aufzuhören, die NATO in Frage zu stellen, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Auch in Washington habe niemand die NATO grundsätzlich in Frage gestellt.

    Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einem Pressestatement
    Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) (picture alliance / dpa / Marcus Brandt)
    In allen militärischen Strukturen arbeiteten nach wie vor die Europäer und die Amerikaner Schulter an Schulter zusammen. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz habe US-Außenminister Rubio den Europäern ein Angebot zur Partnerschaft gemacht, das man annehmen sollte, erklärte Wadephul. Europa müsse sein Schicksal selbst in die Hand nehmen, dann stehe man als Partner für die USA auf Augenhöhe bereit.

    "Bei einigen Nachbarn noch Luft nach oben"

    Der Außenminister appellierte an die europäischen Staaten, mehr Verantwortung in der Verteidigungspolitik zu übernehmen. Die vereinbarten fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes für diesen Bereich müssten umgesetzt werden. Deutschland tue das, bei einigen Nachbarstaaten sei da noch Luft nach oben. Wadephul verwies insbesondere auf Frankreich.
    Präsident Macron spreche immer wieder richtigerweise von europäischer Souveränität. Dann müsse er aber im eigenen Land danach handeln, sagte Wadephul. Bislang seien die Anstrengungen auch in der französischen Republik unzureichend. Das Land müsse Sparmaßnahmen ergreifen, um Luft zu haben für die Einhaltung des Verteidigungszieles.

    Aus dem Dlf-Programm:

    Generalinspekteur betont Geschlossenheit innerhalb der NATO (Audio)
    Bilanz der Münchner Sicherheitskonferenz: Verbindlich im Ton, knallhart in den Forderungen (Audio)
    Sicherheitsexperte Christian Mölling zur europäischen Verteidigungspolitik (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 16.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.