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Wagners Ring in Wien"Ihr traut euch was!"

Drei anstatt vier Teile, neun Stunden statt 16: In Wien wurde Richard Wagners "Ring des Nibelungen" extrem komprimiert. Die "Musikszene" verfolgt die Beweggründe dieses Projekts und fragt: Ist das noch Wagner oder schon easy listening?

Von Ullrich Bohn | 20.02.2018

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Eine Szene aus dem Teil "Brünnhilde": Daniel Brenna als Siegfried küsst Gutrune (Liene Kinča). Im Hintergrund triumphiert Hagen (Samuel Youn), während Brünnhilde (Ingela Brimberg) enttäuscht zu Boden fällt. (Herwig Prammer)
Richard Wagners Mammut-Epos "Der Ring des Nibelungen" lädt zu unorthodoxen Experimenten ein. Bei den Tiroler Festspielen in Erl wurde die Tetralogie beispielsweise innerhalb von 48 Stunden aufgeführt. Ein Kraftakt für Interpreten und Publikum. Am Theater an der Wien ist man nun das Wagnis eingegangen, den "Ring des Nibelungen" - in der Regel etwa 16 Stunden Musik - radikal zu dekonstruieren und zu einer Trilogie neu zusammenzusetzen, die nur noch neun Stunden dauert. Ausgehend vom Moment des Mordes an Siegfried durch Hagen konzentrieren sich die Regisseurin Tatjana Gürbaca und ihr Team auf die zweite und dritte Generation der Protagonisten: auf Hagen, Siegfried und Brünnhilde.
Die Sendung verfolgt die Beweggründe dieses Projekts und fragt, ob diese Verkürzung des Rings tatsächlich aufgeht. Und sie beleuchtet mit Musikwissenschaftlern alternative Rezeptionen von Wagners Musiktheater-Werken.