Waldbrände
Warum es so viele munitionsbelastete Gebiete in Deutschland gibt

Waldbrände in munitionsbelasteten Gebieten sorgen in mehreren Teilen Deutschlands wieder für herausfordernde Löscheinsätze. Um welche Kampfmittel es sich handelt und warum es Ostdeutschland besonders betroffen ist. Ein Überblick.

    Ein Löschhubschrauber der Bundeswehr fliegt zum Waldbrand in der Gohrischheide.
    In der Gohrischheide befand sich über 100 Jahre lang ein Truppenübungsplatz - heute brennt es dort immer wieder. (dpa / Robert Michael)

    Welche Munition liegt in den Waldgebieten?

    Während in den Großstädten vor allem im Zweiten Weltkrieg abgeworfene Fliegerbomben gefunden werden, handelt es sich in den Waldgebieten eher um kleinere Munition. Dabei geht es beispielsweise um Granaten und Geschosse, die entweder nur teilweise oder gar nicht detoniert sind. Auch Überreste sind eine Gefahr. Da die Kampfmittel rosten, steigt mit fortlaufender Zeit das Risiko an.

    Wie kommen die Kampfmittel in die Böden?

    Es handelt sich oftmals um ehemalige Truppenübungsplätze, auf denen mit scharfer Munition geschossen wurde. Es gibt aber auch Gebiete, in denen Munition gelagert oder entsorgt wurde, oder in denen es Kampfhandlungen gab.

    Können die Gebiete betreten werden?

    Viele munitionsbelastete Flächen sind gesperrt und nur sehr beschränkt betretbar. Teilweise sind die Flächen so stark belastet, dass bei Bränden selbst die Feuerwehr Abstand hält und nur mit Löschflugzeugen, speziellen Einsatzfahrzeugen oder Löschrobotern die Feuer bekämpfen kann.

    Warum gibt es so viele munitionsbelastete Gebiete in Ostdeutschland?

    Brandenburg ist nach Angaben des landeseigenen Kampfmittelbeseitigungsdienstes das Bundesland mit dem höchsten Anteil an munitionsbelasteten Gebieten. Insgesamt sind etwa zwölf Prozent des Territoriums betroffen. Dies ist eine Folge von Kampfhandlungen in den Weltkriegen, aber auch von großen Truppenübungsplätzen, die zu DDR-Zeiten von der sowjetischen Armee oder der NVA genutzt wurden.

    Welche sind die aktuell betroffenen Gebiete?

    Wie in den Vorjahren auch ist erneut die Gohrischheide zwischen Sachsen und Brandenburg von Waldbränden betroffen. Dort befand sich bereits zu Kaiserzeiten der Übungsplatz Zeithain, der auch im Zweiten Weltkrieg und nach Kriegsende militärisch genutzt wurde. Im ebenfalls betroffenen Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz erklärte die Landrätin Dickes, dass nach dem Zweiten Weltkrieg Munition gesammelt und angezündet wurde, dabei aber Blindgänger über ein größeres Gebiet verteilt wurden. Auch der von Waldbränden betroffene Harz ist vielerorts munitionsbelastet.

    Wer ist für die Altmunition zuständig?

    Für die Beseitigung von Kampfmitteln sind grundsätzlich die Länder und Kommunen zuständig. Immer wieder gibt es aber Diskussioonen darüber, wer größere präventive Räumaktionen finanziert. Dies gilt für die Böden, aber auch für die mit Millionen Tonnen belasteten Meergebiete in Nord- und Ostsee.
    Diese Nachricht wurde am 29.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.