Weltgesundheits-Organisation
WHO kritisiert US-Präsident Trumps reduzierte Impfempfehlungen für Kinder - auch Ärzte warnen

Die Weltgesundheits-Organisation kritisiert die Anordnung von US-Präsident Trump, weniger Impfungen bei Kindern zu empfehlen. Ein Sprecher der Behörde sagte in Genf, den Empfehlungen der WHO lägen mehr als 60 Jahre der Forschung zugrunde. Er hoffe, dass alle Länder sich bei ihren Impfstrategien an den wissenschaftlichen Grundlagen orientierten.

    Das Foto zeigt US-Präsident Trump und Gesundheitsminister Kennedy.
    Dekret unterzeichnet: US-Präsident Trump ändert Impfempfehlungen für Kinder. (Jacquelyn Martin/AP/dpa)
    Zudem betonte er, der Zeitpunkt für die einzelnen Impfungen sei durch eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung ermittelt worden, wann Menschen am anfälligsten für bestimmte Krankheiten seien und wie sich das Immunsystem entwickle.
    Trump hatte eine Änderung der Impfempfehlungen für Kinder verfügt. In seinem Dekret wird unter anderem dazu aufgerufen, den Abstand zwischen den Immunisierungen zu vergrößern. Zudem zählten Hepatitis B, Covid-19 und Grippe nicht mehr zu den Krankheiten, gegen die Kinder geimpft werden müssten, hieß es weiter. Trump kritisierte auch den Kombi-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln. Gegen diese Krankheiten solle den Angaben zufolge fortan einzeln geimpft werden - und in größerem zeitlichen Abstand, heißt es in dem Dekret aus dem Weißen Haus.

    Kritik auch von Ärzten und Impfstoffhersteller

    Ärzte warnten laut WHO, dass eine Reduzierung der Anzahl der empfohlenen Impfungen dazu führen könne, dass mehr Kinder anfällig für vermeidbare Krankheiten würden und bei Eltern Verwirrung darüber entstehen könne, wann Kinder geimpft werden sollten. Der Impfstoffhersteller Merck erklärte, es gebe keine wissenschaftlichen Belege für einen Nutzen, wenn die Impfungen aufgeteilt würden. Die Notwendigkeit separater Arztbesuche könne vielmehr das Risiko von verspäteten oder versäumten Impfungen erhöhen.
    Diese Nachricht wurde am 11.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.