Raubkatzenfütterung
Wildunfälle: Kooperation zwischen Erfurter Zoo und Jägerschaft laut Zoo erfolgreich

Rund ein Jahr nach dem Start einer Kooperation zwischen dem Erfurter Zoo und der regionalen Jägerschaft zur Fütterung der Raubkatzen mit verunglückten Wildtieren hat der Zoo eine positive Zwischenbilanz gezogen. Zootierärztin Risch sagte dem Evangelischen Pressedienst, am Verhalten der Zootiere sei deutlich spürbar, dass die Wildspenden auf dem Speiseplan etwas Besonderes seien.

    Eine Gepardin steht in einer neuen Gepardenanlage im Thüringer Zoopark Erfurt.
    Eine Gepardin im Thüringer Zoopark in Erfurt. (picture alliance / dpa / Martin Schutt)
    Bislang erreicht den Zoo den Angaben zufolge durchschnittlich einmal pro Woche ein verunfalltes Tier. Aktuell komme das Fleisch vor allem den im August geborenen vier jungen Geparden zugute, hieß es.

    Nur Schwarzwild wird nicht angenommen

    Laut Risch geht es dem Zoo um eine artgerechte Ernährung der Großkatzen. Reh- und Damwild komme dabei den natürlichen Beutetieren wie etwa den afrikanischen Impala-Antilopen am nächsten. Doch auch Muffelwild werde gerne von den Raubkatzen genommen. Nur Schwarzwild könne aufgrund der möglichen Übertragung der für Raubtiere stets tödlich verlaufenden Aujeszkyschen Krankheit nicht angenommen werden.
    Ebenfalls aus Seuchenschutzgründen werden die Wildspenden zunächst mitsamt Knochen und Fell tiefgefroren. Lediglich die Organe werden entnommen. Das Aufbrechen der nahezu vollständigen Kadaver trainiere die natürlichen Verhaltensweisen der Raubtiere, sagte Risch.
    Üblicherweise bezieht der Erfurter Zoo sein Raubtierfutter von speziellen Lieferanten, sagte Risch. Meist handelt es sich um Rindfleisch. Doch auch Ziegen, Schafe oder Hasen aus dem eigenen Tierbestand würden gelegentlich verfüttert.
    Diese Nachricht wurde am 11.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.