US-Iran-Abkommen
Wirtschaftsweise Grimm sieht vorerst nur leichte wirtschaftliche Entspannung

Die Wirtschaftsweise Grimm erwartet von der geplanten Öffnung der Straße von Hormus eine vorerst nur leichte wirtschaftliche Entspannung. Weil unklar bleibe, ob es sich um eine endgültige Lösung handele oder sich der Konflikt wieder verschärfe, bleibe die wirtschaftliche Lage angespannt, sagte die Sachverständige zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Deutschlandfunk.

    Eine Frau mit brauner Kurzhaarfrisur und Brille redet auf eine Pressekonferenz. Es ist die Ökonomin Veronika Grimm.
    Die Ökonomin und Wirtschaftsweise Veronika Grimm (picture alliance / IPON / Stefan Boness)
    Damit sich die Energiepreise wieder normalisierten, müssten zudem in der Krise aufgebrauchte Reserven aufgefüllt werden, erklärte Grimm. Auch die Gas-Preise bleiben nach Ansicht der Wirtschaftsexpertin erhöht bis entsprechende Speicher gefüllt sind. In Bezug auf die Wirtschaftslage sieht Grimm keinen Grund zum Alarmismus, gleichzeitig würden die erhöhten Energiepreise die Kerninflation allerdings ansteigen lassen.

    Grimm: Deutschland muss unabhängiger von Öl und Gas werden

    Die Wirtschaftswissenschaftlerin empfiehlt, dass sich Bundesregierung und EU in der Energiepolitik unabhängiger machen und die Erneuerbaren ausbauen. Dabei hake es derzeit am Tempo des Netzausbaus, sagte Grimm im Deutschlandfunk. Deutschland bleibe erst einmal abhängig von Gas und sollte hier auf Wasserstoff und umweltfreundliche Gase umsteigen.
    Die USA und der Iran hatten am Sonntag ein Rahmenabkommen vereinbart, das ihren Konflikt beilegen soll, der im Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran begann. Das Abkommen, das auch die Öffnung der Straße von Hormus regeln soll, soll übermorgen unterschrieben werden. Der Seeweg ist für die Weltwirtschaft entscheidend, weil von dort aus Öl der Golfstaaten in alle Welt verschifft wird.
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    Diese Nachricht wurde am 17.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.