Arbeitsmoral
Wirtschaftsweise Schnitzer kritisiert Teilzeit-Debatte und verteidigt die "Gen Z"

Die Wirtschaftsweise Schnitzer tritt Forderungen aus der Union entgegen, das Recht auf Teilzeitarbeit einzuschränken. Wachstum sei keine Frage der Wochenarbeitszeit, sondern der Arbeitsproduktivität, sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

    Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer vor einem blauen Hintergrund.
    Monika Schnitzer ist die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (picture alliance / Bernd von Jutrczenka)
    Die wirtschaftliche Lage sei nicht gut und nun suche man einen Schuldigen, betonte die Ökonomin. Erst seien es die Bürgergeld-Empfänger gewesen und jetzt die Teilzeit-Kräfte. Hintergrund der Debatte ist ein Vorschlag des Wirtschaftsflügels der CDU, der den Rechtsanspruch auf Teilzeit einschränken will. Schnitzer plädierte dagegen für mehr Investitionen der Unternehmen in bessere Maschinen und KI. Dann könnten die Arbeitskräfte in der gleichen Zeit mehr leisten.

    Schnitzer nimmt "Gen Z" in Schutz

    Sie nahm zudem die sogenannte Gen Z - also Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind. "Die Gen Z arbeitet mehr als die Generationen vor ihr." Diese jungen Menschen seien schneller im Arbeitsmarkt und würden auch mehr Stunden arbeiten als früher, so die Einschätzung von Schnitzer. Viele könnten sich demnach ihr Studium nicht leisten, ohne zu arbeiten. 
    Junge Menschen strebten häufig auch nicht an, im Staatsdienst zu arbeiten. "In München wollen viele lieber zu BMW", sagte Schnitzer, die Wirtschaftswissenschaftlerin an der Ludwig-Maximilians-Universität München ist. Sie finde es verfehlt, jetzt auf die Jungen zu schimpfen. Es seien übrigens oft die Älteren, die meinten, genug gearbeitet zu haben und sich daher für die Rente mit 63 oder 64 entschieden. 
    Diese Nachricht wurde am 07.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.