Tanzaktionen in Städten
Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Viele Frauen sind im Laufe ihres Lebens mit körperlicher oder sexueller Gewalt konfrontiert. Vor allem auf Straßen und Marktplätzen wollen tanzende Menschen heute mit der weltweiten Tanzdemo "One Billion Rising" aufmerksam machen. In Nordrhein-Westfalen sind laut einer Übersicht in rund 30 Städten Aktionen der Tanzdemo "Eine Milliarde erhebt sich" geplant.

    In einem College in Manila auf den Philippines tanzen Studierende. Sie protestieren gegen Gewalt an Frauen (AP Photo/Aaron Favila)
    Zur weltweiten Tanzdemo "One Billion Rising" ("Eine Milliarde erhebt sich") haben sich auf den Philippen hunderte Studierende eines Colleges versammelt. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Aaron Favila)
    In Duisburg etwa ist eine Veranstaltung in der Innenstadt vorgesehen, an der sich Vereine beteiligen wollen. Auf dem Detmolder Marktplatz wird ebenfalls getanzt, um ein Zeichen zu setzen. In Siegburg lautet das Motto "Nein heißt Nein! Auch im Karneval!", weil die weltweite Tanzdemo in diesem Jahr mit dem Karnevalssamstag zusammenfällt.

    Aktionen seit mehr als zehn Jahren

    Die globale Bewegung "One Billion Rising" geht nach Angaben der Veranstalter auf eine Initiative der US-amerikanischen Künstlerin und Feministin Eve Ensler zurück. Die Flashmobs finden seit 2012 jedes Jahr an Valentinstag statt. 
    Der Name "One Billion Rising" bezieht sich auf die Schätzung, dass weltweit etwa eine Milliarde Frauen und Mädchen im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt werden. Die Aktion ruft auch dazu auf, eigene Tanzvideos zum diesjährigen Kampagnen-Song "Women on fire" einzusenden. Daraus soll am Ende eine Video-Collage mit Tänzen aus aller Welt entstehen.

    Vernetzung schafft neue Möglichkeiten 

    Soziale Medien hätten eine große Bedeutung für Protestbewegungen, sagt die Medienwissenschaftlerin Astrid Deuber-Mankowsky von der Ruhr-Universität Bochum. "Die Online-Vernetzung hat natürlich ganz neue Möglichkeiten der Protestbewegungen hervorgebracht", erklärt sie. Sie ermögliche es, sich auf der ganzen Welt für ein gemeinsames politisches Anliegen starkzumachen. 
    Dennoch sei auch die Erfahrung von Solidarität sowie eine Eroberung von öffentlichen Räumen wichtig. Dadurch entstehe ein Gemeinschaftsgefühl. Proteste könnten gar nicht nur online stattfinden, sagt Deuber-Mankowsky. Auch die Tanzdemo "One Billion Rising" sei darauf ausgelegt, über die sozialen Netzwerke geteilt zu werden. Tanzen habe auch einen euphorisierenden Effekt.
    Diese Nachricht wurde am 14.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.