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Zum Tod der Malerin Sarah Schumann Ästhetik der Endlichkeit

Farbmächtig und irritierend seien ihre Kunstwerke gewesen, sagte der Kunstkritiker Carsten Probst im Dlf. Egal ob Porträt, Landschaftsbild oder Collage - in ihren Kunstwerken bewegte sich Sarah Schumann zwischen Schönheit und Vergänglichkeit.

Carsten Probst im Gespräch mit Stefan Koldehoff | 08.07.2019

Porträt der Malerin Sarah Schumann im Jahr 2000
Mit 85 Jahren gestorben - die Malerin Sarah Schumann (imago images / David Heerde)
Schumann wurde 1933 in Berlin geboren und gilt als eine der wichtigen Vertreterinnen der Nachkriegsmoderne. Die floralen Elemente und bunten Farben ihrer Kunstwerke wirkten bisweilen irritierend, aber Schumann habe damit ganz bewusst einen Gegensatz oder sogar Konfrontationen innerhalb eines Bildes heraufbeschwören.
So reiste sie in die DDR und ließ sich vom im Krieg zerstörten Dresden inspirieren - hier fand sie Schönheit und Schrecken unmittelbar verbunden.
"Das hat eben auch mit den leuchtenden Farben zu tun, die in ihren Bildern meist mit Elementen des Unfertigen, Skizzenhaften, des Zerstörten einhergehen."
Den weiblichen Blick in der Kunst gab es für sie nicht
Mitte der 70er-Jahre gehörte sie zur Frauengruppe „"Brot und Rosen" und organisierte die Ausstellung "Künstlerinnen international 1877–1977". Bei dieser von Protesten begleiteten Schau wurden in Deutschland erstmals bedeutende Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts präsentiert, darunter Paula Modersohn-Becker, Frida Kahlo und Eva Hesse.
Vom Feminismus wollte sich Sarah Schumann aber nie vereinnahmen lassen, sie habe sich nie einem Kampf, etwa gegen den männlichen Kunstmarkt angeschlossen.
"Sie hat die Tatsache, dass sie selbst immer Frauen gemalt hat, immer auch so begründet, dass sie Frau sei und sich damit einfach am besten auskenne."
Werke von Sarah Schumann finden sich in deutschen und internationalen Privatsammlungen sowie in der Berlinischen Galerie, im Museum Wolfsburg und im Museum of Modern Art in New York.