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StartseiteUmwelt und VerbraucherBerlin soll bis 2050 klimaneutral werden17.02.2016

Abstimmung im SenatBerlin soll bis 2050 klimaneutral werden

Seit Jahren wird in Berlin über ein Klimaschutzgesetz diskutiert. Nun steht ein weiterer Entwurf im Umweltausschuss zur Abstimmung. Mit dem neuen Gesetz soll die Hauptstadt bis 2050 klimaneutral werden - ein ehrgeiziges Ziel.

Von Jan Menzel

Die Rücklichter eines fahrenden Autos auf der Karl-Marx-Allee in Berlin. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)
Der Verkehr ist auch in Berlin für ein Viertel aller CO2-Emissionen verantwortlich. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)
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Allein die Tatsache, dass überhaupt ein Gesetzentwurf beschlussreif im Parlament liegt, ist eine kleine Sensation. Vor nunmehr neun Jahren gab es einen ersten Anlauf, nun ist das Gesetz da und Umweltstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) zufrieden:

"Ich glaube, dass es ein großer Schritt ist, weil das Land Berlin sich hier zu Klimaschutzzielen bekennt."

Der CO2-Ausstoß soll bis 2050 drastisch sinken - um 85 Prozent. Auf diesem Weg hin zur Klimaneutralität soll das Land den Vorreiter geben. Das ist der Kern des Gesetzes.

"Es zeigt sich aber, dass es tatsächlich einer neuen Qualität bedarf, um die Ziele bis 2050 zu erreichen", sagt Fritz Reusswig vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung.

Reusswig gehört zu einem Team von Wissenschaftlern, das den Senat beraten und Zukunftsszenarien entworfen hat.

Die Konzepte sind da, jetzt muss die Politik handeln, fordert auch der Energieexperte der Grünen Michael Schäfer.

"Der dickste Brocken ist der Wärmeverbrauch in Berlin. Der macht allein 50 Prozent unserer CO2-Emissionen aus. Es gibt zwei Ansatzpunkte: Das eine ist, wie wir diese Wärme erzeugen – da müssen wir raus aus der Kohle. Und der andere Bereich ist, dass wir immer noch ein Drittel Ölheizungen haben, obwohl das eine wirkliche extrem klimaschädliche Form der Energieerzeugung ist."

Braunkohle und Ölheizungen

Immerhin hat sich Vattenfall gegenüber dem Senat verpflichtet, ab 2020 keine Braunkohle mehr in den Kraftwerken zu verfeuern. Schwieriger wird es dagegen bei den privaten Hauseigentümern und ihren Ölheizungen. Hier verzichtet der Senat darauf, gesetzlich Vorschriften zum Heizungstausch zu machen - wohl auch, weil der Widerstand gefürchtet wird.

Der Verband Berlin Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) mahnt seit Beginn der Debatte um das Klimaschutzgesetz davor, die Energieeinsparvorgaben immer weiter in die Höhe zu schrauben. BBU-Vorstandschefin Maren Kern: "Das Problem ist nur, dass – so glaube ich – in Politik und Verwaltung verkannt wird, dass immer stärkere Auflagen zu immer stärkerer Kostensteigerung führen - und am Ende der Mieter, der einen bezahlbaren Wohnraum sucht, den Kürzeren zieht."

Doch nicht nur im Bereich der energetischen Gebäudesanierung wird es weiter Konflikte gehen. Auch beim Verkehr - als zweitgrößter Klimakiller für ein Viertel aller CO2-Emissionen verantwortlich - wird sich etwas ändern müssen, sagt der Linken-Politiker und ehemalige Wirtschaftssenator Harald Wolf:

"Die öffentliche Hand könnte viel tun mit dem Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur, die weit hinter den Anforderungen zurückliegt. Er könnte viel tun für die Verkehrsbeschleunigung des Öffentlichen Nahverkehrs - und damit auch für die Zurückdrängung des motorisierten Individualverkehrs, der einen hohen CO2-Verbrauch hat."

Hauptstadt Schlusslicht bei Strom-Erzeugung aus Wind und Sonne

Die Liste wird noch länger, wenn man den Stromverbrauch und das Einsparpotenzial bei privaten Haushalten und in der Wirtschaft hinzunimmt. Auf der anderen Seite ist Berlin Schlusslicht bei der Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne. Anders als der Senat hält die Opposition das Klimaschutzgesetz vor diesem Hintergrund auch nur für einen kleinen Schritt, immerhin aber einen in die richtige Richtung.

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